Das Ein-Personen-Stück oder Monodrama ermöglicht es, die Aufmerksamkeit auf einen Künstler, einen Schauspieler zu lenken und in sein Spiel einzutauchen; wird er von einem Musiker begleitet, entsteht auf der Bühne ein Dialog, ohne dass die Aufmerksamkeit von der Hauptfigur abgelenkt wird. Für „Requiem for a Clown“ übernimmt Antoine Colla mehrere Rollen: Er ist Autor, aber auch Regisseur und Lichtdesigner. Er hat ein Team um sich versammelt: die Tänzerin und Schauspielerin Rhiannon Morgan, die gemeinsam mit Servane lo Le Moller für die Klanggestaltung verantwortlich ist, sowie Sophie Van den Keybus für das Bühnenbild und die Kostüme.
Das Stück lässt das Publikum in das Thema der Erforschung der inneren Leere eintauchen. Wenn unsere Erfahrungen, unsere Persönlichkeit verblassen, wenn unser innerer Clown in den Hintergrund tritt – worauf können wir uns dann stützen, woran können wir uns festhalten? Was bleibt, ist die Angst, aber auch der Kampf, diese Leere zu füllen. Wieder Anknüpfungspunkte zu finden, wieder Kontakt zu diesem Clown aufzunehmen, der sich irgendwo versteckt und diskret seine Präsenz zeigt.
Das Thema ist uns vertraut, doch wir wollen diesem beunruhigenden Zustand entfliehen, der uns quält und uns dazu bringt, uns im Kreis zu drehen, was die Bühnenbildnerin durch eine Art leeres Karussell veranschaulicht, das die Schauspielerin regelmäßig wieder in Gang setzt, indem sie sich an einer Säule festhält, oder um die sie herumläuft, manchmal mit gequältem Gesicht und verlorenem Blick. Manchmal rollt sie sich sogar im Inneren des Karussells zusammen und taucht in Gedanken wieder in die nachgebildete Welt ihrer Kindheit ein, in ihren Händen das Akkordeon, das ihr Vater ihr geschenkt hat. „Wo ist das Kind in mir, das sich über alles gewundert hat?“ Regelmäßig muss sie sich mit Zuckerwatte vollstopfen, die sie an ihre Kindheit mit ihren Eltern und ihren Plüschtieren erinnert – eine beruhigende Welt, voller Gewissheiten.
Später verliert sie sich im Labyrinth dessen, was es zu entwirren gilt. Selbst ihre Plüschtiere geben ihr keine Geborgenheit mehr. Es ist ihre erste Erfahrung mit der Leere, und sie wendet sich ein letztes Mal an ihren inneren Clown. Auf der Bühne bewegt sich die Frau, die sich an ihre Kindheit erinnert, sie noch einmal durchlebt, und jene, die nun mit dem Nichts konfrontiert ist, mit einer verheerenden, zerstörerischen Leere.
Rhiannon Morgan, mit ihrem markanten Make-up, führt uns durch die Erlebnisse des kleinen Clowns und verbindet dabei Tanz und Sprache (manchmal kaum verständliche Worte) in einem mitreißenden Rhythmus – stets in Bewegung, unterbrochen von bedeutungsvollen Momenten der Stille und einnehmenden Szenen, die in warmes Licht getaucht sind. Oft vermittelt der Tanz, begleitet von der einfühlsamen Musik, den Eindruck zweier „Stimmen“ derselben Geschichte. Antoine Colla schafft in seiner rhythmisch gut durchdachten Inszenierung einige schöne, einnehmende Bilder. Ein Blick von außen auf diese Arbeit hätte dem Text zweifellos eine andere Dimension verleihen und ihn bereichern können.
„Requiem for a Clown“ von Antoine Colla, bei dem das gesamte Team junger Talente zum Einsatz kommt, weckt beim Zuschauer großes Interesse und macht Lust darauf, ihre zukünftigen Werke zu entdecken.