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Musik 4 Min. Lesezeit

„Them Lights“ im Rampenlicht

„ Es ist soweit ! “ Mit diesen Worten kündigte die Kulturfabrik am vergangenen Samstag das Konzert von Them Lights an, dem Musikprojekt von Sacha Hanlet. Zur Erinnerung: Er ist von 2021 bis 2021…

Erschienen in Ausgabe November 2022
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„ Es ist soweit ! “ Mit diesen Worten kündigte die Kulturfabrik am vergangenen Samstag das Konzert von Them Lights an, dem Musikprojekt von Sacha Hanlet. Zur Erinnerung: Er ist von 2021 bis 2021 assoziierter Künstler der Kufa – ein Status, der es ihm ermöglicht, sich drei Jahre lang mit Leib und Seele seiner Leidenschaft zu widmen und sein Projekt in allen Bereichen weiterzuentwickeln: Songwriting, Komposition, visuelle Identität, Bühnenkonzept … Begegnung und Chronik einer seltsamen Woche…

Samstag, 29. Oktober (21:30 Uhr): Wir treffen Sacha zufällig bei einem Konzert in Esch, und er erklärt uns ganz unvermittelt, dass er nach den ersten Live-Proben beschlossen hat, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Wir verabschieden uns von ihm – zwar besorgt, aber dennoch zuversichtlich.

Dienstag, 1. November (11 Uhr): Er ist die ganze Woche über auf der großen Bühne der Kulturfabrik, um das Live-Konzert am 5. November vorzubereiten, und bittet uns, das geplante Interview zu verschieben, da er mit einer Menge technischer Probleme zu kämpfen hat. Da werden nun auch wir langsam unruhig.

Dienstag, 1. November (20:30 Uhr): Endlich haben wir Kontakt zu Sacha. Die technischen Probleme vom Vormittag scheinen behoben zu sein, und wir können endlich Neuigkeiten über sein Residenzprogramm erfahren. Sichtlich beruhigt erklärt er, dass er sich im ersten Drittel der dreijährigen Residenz befindet. Die erste Phase war dem Schreiben der Songs gewidmet, die zweite, die er nun in Angriff nimmt, ist die Live-Phase mit dem Konzert am 5. November als erstem echten Test. Die dritte Phase wird den „geschäftlichen“ Teil des Ganzen umfassen (Kontaktaufnahme mit Labels, Planung von Konzerten, Festivals usw.). Er kommt auch auf diesen verrückten, aber notwendigen Drang zurück, irgendwann einmal alles in Frage gestellt zu haben. Ein riskantes, aber mutiges Unterfangen für diesen jungen Multi-Instrumentalisten, der heute beschlossen hat, sich musikalisch gesehen keine Einschränkungen und keine Grenzen mehr zu setzen. „Ich liebe es, alleine zu arbeiten. Alleine zu arbeiten bringt eine unglaubliche Freiheit mit sich, und ich kann mir dann alles erlauben. Das ist ziemlich paradox, denn wenn ich für andere arbeite, bin ich mega-pragmatisch!“ Er gibt auch zu, dass er, nachdem er einen Großteil seines Lebens damit verbracht hat, mit der Band „Mutiny on the Bounty“ (im Math-Rock-Stil) auf die Trommeln zu hauen, schon immer eine unverfälschte Leidenschaft für den Groove hegt. „Der Groove, vor allem so, wie er in den 1980er Jahren gemacht wurde, ist genau das, wonach ich letztendlich immer gesucht habe. Ich liebe Prince und Michael Jackson, aber auch Missy Elliott, Daft Punk oder den Wu-Tang Clan. Ich erzähle übrigens oft die Anekdote von damals, als ich – während wir mit Mutiny auf Tour waren – im Auto Songs von Justin Timberlake aufgelegt habe … und wie die anderen Musiker mich völlig fassungslos angesehen haben!“ Wir erinnern uns vor allem daran, dass er vor einigen Jahren zusammen mit Mutiny ein völlig schräges Musikvideo gedreht hatte, das die Sendung „Soul Train“ (eine Sendung aus den 1970er Jahren, in der Zuschauer auf Soul-Musik tanzten) parodierte. Es scheint also, als hätte sich schon damals etwas in seinem Kopf zusammengebraut…

Samstag, 5. November (21:00 Uhr): Wir haben den Auftakt von Foreigners verpasst. Das holen wir mit dem Auftritt von Alfalfa nach, einer Indie-Pop-Band, die voll im Trend liegt und auf der Bühne eine sehr lockere Atmosphäre verbreitet. Der Auftritt ist solide, gut gespielt und kommt ziemlich gut an. Gegen 22:15 Uhr schließlich wird der gut gefüllte Saal komplett abgedunkelt und nach einem gelungenen Intro erscheint das Duo Them Lights auf der Bühne. Zwei klar voneinander getrennte Bühnen und von Anfang an ein gewaltiger Sound sowie eine beeindruckende Lichtshow, insbesondere dank eines LED-Vorhangs, der abwechselnd in Blau und Rot erstrahlt. Ehrlich gesagt, das hat es in sich!

Musikalisch taucht man sehr schnell in die Welt von Them Lights ein. Eine organische, luftige, entschieden moderne und oft melancholische Welt. Man vergisst auch sehr schnell die oben genannten Referenzen und behält nur eine einzige im Gedächtnis: The Weeknd. Es ist unbestreitbar, dass man bei Live-Auftritten an den Kanadier denkt, ob man will oder nicht. 45 Minuten lang liefert Sacha, hauptsächlich am Keyboard, ein intensives und präzise abgestimmtes Set, untermalt vom kraftvollen Schlagzeugspiel von Sacha Piccoli, dem Schlagzeuger und zweiten Live-Mitglied des Projekts. Und während er bei „Mutiny on the Bounty“ (der Band, bei der er nach wie vor Schlagzeuger ist) begnügt sich Sacha damit, hinter den Musikern zu stehen, doch bei „Them Lights“ ist an Verstecken nicht mehr zu denken. Nun muss er einen neuen Status einnehmen: den des Frontmanns. Er macht das mit einer gewissen Leichtigkeit. Auch hier hat sich die Residenz ausgezahlt.

Der Abend endet mit einem DJ-Set und Taipan, die ein intensives und gelungenes Konzert auf wunderschöne Weise abrunden werden. Wir warten schon mit großer Vorfreude auf die Fortsetzung…