Blog du 24 avril 2026

d'Lëtzebuerger Land du 24.04.2026

Alles ist politisch

CNS und Ärzteverband AMMD werden über neue Konventionen für Ärztinnen und Zahnärzte in die Schlichtung gehen. Zwar wurden sie sich im März über neue Texte mit kleinen Änderungen einig. Doch die wird die AMMD nicht unterschreiben, sagte ihr Präsident Chris Roller dem Land. Denn die Forderungen des Ärzteverbands sind politische. Das war schon im Oktober klar, als die AMMD die Konventionen kündigte; die Schlichtung wird zur Pro-forma-Veranstaltung. Zurzeit finden Arbeitsgruppen mit Ministerin Martine Deprez (CSV) statt. Sie sagte RTL gestern, sie sei „zuversichtlich, bis Ende Mai ein Paket“ zu haben. Roller ist weniger zuversichtlich: Bisher gebe es „nicht viel Konkretes, sondern vor allem Pisten“. In anderen Worten: Die CSV, die im Wahlkampf bereit war, „alles“ zu tun, „um wieder in die Regierung zu kommen“ (dixit Claude Wiseler), enttäuscht die liberale Medizin bitter. „Freiheit für die Privatinitiative“ klang so verheißungsvoll. pf

Neubesetzung

Beim Staatsrat ist nicht nur seit März der Posten des Anwalts Yves Wagener (Mandat der Grünen) neu zu besetzen, sondern nun auch der des Juristen Georges Kohn (ohne Parteimandat). Kohn trat vorige Woche zurück. Während den Regeln zufolge die Nachfolge Wageners vom Parlament nominiert wird und Paulette Lenert (LSAP) sich dafür stark interessiert, entscheidet über Kohns Nachfolge der Staatsrat selbst. Sein Präsident Marc Thewes sagte dem Land, ehe das dafür gewünschte Profil festgelegt werden kann, müsse klar sein, wer Wagener ersetzt. Noch hat die Kammer diesen Posten nicht ausgeschrieben, formell entscheiden soll darüber das Plenum nächsten Dienstag. Anschließend sind laut Kammerreglement drei Wochen bis drei Monate Zeit für Bewerbungen. Georges Kohn war im Herbst 2024 Staatsratsmitglied geworden, nachdem LSAP-Staatsrat Christophe Schiltz Botschafter in Rom geworden war. Damals bekam LSAP-Wunschkandidat Max Leners im Plenum des Staatsrats nicht genug Stimmen. pf

Unerlaubt

Der Presserat hält im Gesetzentwurf über die neue Medienaufsicht, die die Alia ersetzen soll, verschiedene Definitionen für nicht klar genug. Was mit Verweis auf die nationale Sicherheit oder die Menschenwürde „unerlaubte Inhalte“ sein könnten, lasse zu viel Interpretationsspielraum und könne benutzt werden, um Informationen nicht zu erteilen, sagten Vertreter/innen des Presserats am Dienstag dem Medienausschuss der Abgeordnetenkammer. Vorstellbar ist natürlich auch, dass eine autoritärer eingestellte Regierung Interpretationslücken zur Einschränkung der Pressefreiheit nutzt, aber so weit ging der Presserat nicht. Er möchte auch Journalist/innen klar von Influencer/innen unterschieden wissen. Die neue Medienaufsicht soll für alle Medien zuständig werden, die Alia ist es nur für TV, Radio und soziale Netzwerke. pf

Carton rouge

Le projet de Sportsmusée a déjà coûté à Georges Mischo (CSV) son poste ministériel, mais le dossier est loin d’être clos. Les membres de la commission de l’exécution budgétaire ont échangé lundi dernier à propos des réponses aux 39 questions qu’ils avaient envoyées au Gouvernement. L’opposition est loin d’être convaincue. Sam Tanson (Déi Gréng) évoque des retours « minimalistes » qui, plutôt que d’éclairer un dossier nébuleux, amènent d’autres questions. Claude Haagen (LSAP) se demande même de quoi il est question, puisque les ministres évoquent tantôt un musée du Sport, tantôt un centre des congrès. L’avis juridique concernant la procédure manque toujours, trois mois après avoir été demandé. Celui de l’Inspection générale des finances, qui semble intéressant, est lui confidentiel. Les députés aimeraient qu’il soit rendu public. Liz Braz (LSAP), à l’origine des critiques sur ce projet, interroge son financement. Elle se demande toujours si le développeur du quartier Rout Lëns, IKO Real Estate, a été le seul à définir le prix du terrain et de la Halle des soufflantes (28 millions HTVA), où le musée devait être créé. De manière générale, la nature de l’exercice sous forme de questions/réponses a irrité les députés. Le président de la commission, Franz Fayot (LSAP) a confirmé que les ministres concernés (Martine Hansen, Gilles Roth et Yuriko Backes) devront répondre en personne lors d’une prochaine séance. Si le manque de transparence perdure, la commission n’exclut pas la constitution d’une commission d’enquête. en

Arbeitslose Grenzgänger

Am Mittwochabend einigten Unterhändler von Rat und Europaparlament sich auf neue Regeln zur Koordinierung der Sozialversicherungssysteme – nach zehn Jahren Verhandlungen. Derzeit zahlt Luxemburg Grenzgängern höchstens drei Monate Arbeitslosengeld. Nun soll es sechs Monate lang für Arbeitslose aufkommen, die mindestens 22 Wochen hier gearbeitet haben. Allerdings bekommt Luxemburg sieben Jahre Übergangszeit; sofern Europaparlament und die Mitgliedstaaten der Vereinbarung zustimmen. Unter der zyprischen Ratspräsidentschaft soll der Text diesen Freitag erstmals vorgestellt werden. Die siebenjährige Frist wurde 2018 von Nicolas Schmit (LSAP) in seiner Funktion als Arbeitsminister ausgehandelt. Laut Arbeitsministerium kostete das Arbeitslosengeld von Grenzgängern den Staat im Jahr 2024 knapp über 59 Millionen Euro. Je nach Arbeitsmarktentwicklung könnte die Reform eine Verdoppelung der Kosten nach sich ziehen. Zusätzlich dürften auch die Beratungs- und Weiterbildungsdienste der Adem verstärkt in Anspruch genommen werden. SM

Précédent anti-slapp

Le promoteur immobilier Qubic demandait 100 000 euros à la journaliste Véronique Poujol. Il l’accusait de l’avoir diffamé et injurié dans un article paru chez Reporter.lu en juillet 2024 au sujet d’une « condamnation pour défaut de transparence ». Qubic devra verser 3 500 euros à la journaliste, dont une partie en indemnisation d’une « procédure abusive et vexatoire », ont tranché les magistrates de la Cour d’appel lundi. C’est une victoire sur toute la ligne pour la presse, la liberté d’expression et la lutte contre les procédures baillons, s’est notamment félicité le syndicat ALJP. Lors de l’audience du 20 mars, la représentante du ministère public avait notamment souligné que le gouvernement veut aller plus loin que la directive « anti-Slapp » pour étendre la protection des journalistes aux procédures purement nationales (et non transfrontalières). « Qubic » a voulu intimider la journaliste « empêcher de débattre en public d’un sujet d’intérêt général portant sur les modes de financement des projets immobiliers », ont conclu les juges avant de condamner le plaignant. pso

Peter Feist
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