Die Armee benötigt in den nächsten zehn Jahren an die 400 zusätzliche Soldaten, hat aber jetzt schon große Probleme, sie zu rekrutieren. Weshalb die Armeegewerkschaft Spal vorschlägt, aus dem Freiwilligendienst mit dem Statut „Soldat“ eine Staatsangestellten-Laufbahn zu machen. Eingestuft in die Besoldungsgruppe C2; anstelle der aktuell vier Jahre Dienst einen Vertrag für bis zu zehn Jahre, und im Anschluss einen garantierte Anstellung beim Staat, im kommunalen Sektor oder in einer weitereführenden Karriere der Armee. Die von der CGFP dominierte Berufskammer der Staatsbeamten und Staatsangestellten unterstützt diesen Vorschlag und verlangt, dass er „vertieft“ politisch diskutiert wird (d’Land, 13.2.2026).
Doch von den im Parlament vertretenen Parteien unterstützen nur die Piraten den Vorschlag eindeutig. Der Ansatz „erscheint uns kohärent und langfristig“, teilt der Abgeordnete Marc Goergen mit. Dagegen seien die Lösungsansätze der Regierung – Verlängerung des Dienstes auf fünf Jahre; mehr Sold und die Rekrutierung auch von frontaliers, „temporär“.
CSV, LSAP und Linke antworteten auf die allen Fraktionen und Sensibilitäten schon vergangene Woche schriftlich gestellte Frage nicht. Die Grünen, so Sam Tanson, verstünden „absolut die Diskussion, die das Spal aufmacht, und den Bedarf nach langfristiger Absicherung“ für junge Menschen. Es seien „strukturellere Antworten nötig, als allein die Verlängerung der Dienstzeit um ein Jahr“.
Einen Diskussionsbedarf anzuerkennen, ist etwas anderes als sich einer Idee anzuschließen. Auch die ADR-Fraktion findet es „absolut legitim“, dass der Spal von „Struktur und Perspektive“ spricht. Verständlich sei auch die „Logik, junge Menschen nicht zu verlieren, in deren Ausbildung der Staat in der Armee investiert hat, und ihnen seriöse Wege in andere Karrieren zu bieten“. Dennoch würde die ADR nicht „blind“ zu einem Modell übergehen, „in dem Soldaten automatisch eine quasi permanente Staatskarriere“ bekämen. Eine Armee benötige „Einsatzbereitschaft, Disziplin und Flexibilität“. Der Ansatz Staatsangestellte könnte „verbeamten oder bürokratisieren“. Und wenn es zugleich eine Rekrutierung von frontaliers geben soll, müsse „klar definiert werden, wie man Loyalität, Sprache und Sicherheits-Freigaben regelt“.
Die DP-Fraktion hat die meisten Bedenken gegenüber der Spal-Idee. Die werfe „eine Reihe größerer Fragen auf“. Soldat sein, heiße, „bei bester Gesundheit und Fitness zu sein und kontinuierlich einsatzbereit“.
Dagegen würde eine Verallgemeinerung des Statuts C2 „die Erneuerung der Truppen stark reduzieren, was weniger Operationsfähigkeit mit sich brächte“. Außerdem sei schon die Karriere Korporal im Besoldungsgrad C2 eingestuft. Wollte man darüberhinaus auch Soldaten als Staatsangestellte mit C2 nach Karriereende in den Staatsdienst übernehmen, könnte das diesen vor große Probleme stellen: „Es werden generell nicht viele Personen in der Karriere C2 beim Staat gebraucht“, so die DP-Fraktion.