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Ticker vom 4. Oktober 2024

Goosty im Zeitlupentempo „Wir haben unsere Präsenz auf Goosty eingestellt, da wir seit mehreren Monaten keine Zahlungen mehr von ihnen erhalten haben“, erklärt Marianne Donven. Die Inhaberin der Chiche-Restaurants…

Erschienen in Ausgabe Oktober 2024
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Goosty im Zeitlupentempo

„Wir haben unsere Präsenz auf Goosty eingestellt, da wir seit mehreren Monaten keine Zahlungen mehr von ihnen erhalten haben“, erklärt Marianne Donven. Die Inhaberin der Chiche-Restaurants stellte fest, dass die letzte Zahlung der Essenslieferplattform auf den 8. August zurückgeht. „Normalerweise erfolgen die Auszahlungen alle zwei Wochen. Als ich den Dienst am 20. September gekündigt habe, schuldeten sie uns mindestens 3.000 Euro“, rechnet sie vor. Andere Restaurants haben uns dieselbe Beobachtung bestätigt. „Wir haben unsere Zusammenarbeit vor drei Wochen beendet, zumal uns niemand antwortet“, berichtet einer. „Es lief sehr gut, aber seit einigen Monaten haben sie uns nicht mehr bezahlt und wir können sie nicht erreichen“, fügt ein anderer hinzu.

Dabei sah der Start doch nach einer Erfolgsgeschichte aus: Kaum ein Jahr nach der Gründung von Goosty verkauften die Gründer Alexandre Roderich, Alexandre Mithouard und Hadrien Branca das Unternehmen an Carlitoo, einen luxemburgischen Private-Equity-Fonds, der auch im Immobilienbereich tätig ist. (Die Summe von 1,3 Millionen Euro, also das Zwanzigfache des investierten Betrags, wird von Silicon Luxembourg genannt und konnte nicht bestätigt werden.) Junge Luxemburger, eine innovative App, ein gut durchdachtes Kundenerlebnis und niedrigere Provisionen als beim Marktführer Wedely haben es dem Herausforderer ermöglicht, zum zweitgrößten Akteur auf dem luxemburgischen Markt aufzusteigen und bis zu 400 Partnerrestaurants für sich zu gewinnen.

„In den Jahren 2022–2023 hielt Goosty einen Marktanteil von etwa 35 Prozent am luxemburgischen Markt für die Lieferung von Essen nach Hause“, erklärt das „Goosty-Team“, das die schriftlichen Antworten auf die Fragen des Landes anonym unterzeichnet. Der Markteintritt internationaler Schwergewichte – Wolt mit großem Tamtam im Februar 2024 und Uber Eats ganz diskret in diesem Sommer – hat die Lage verändert. Zahlreiche Lieferfahrer wenden sich den neuen Marktteilnehmern zu, die Restaurants lassen sich von einer in der Küche sehr praktischen App, der Durchschlagskraft und dem leistungsstarken Marketing überzeugen – wasGoosty als „aggressiven Wettbewerb“ bezeichnet, tun ihr Übriges. Die Zahl der auf der Goosty-Plattform gelisteten Restaurants schmilzt wie Schnee in der Sonne. „Wir waren Opfer eines massiven Cyberangriffs, der auf unser Managementsystem und unsere Datenbanken abzielte, durch den Tausende gefälschter Rechnungen eingeschleust wurden und der dazu führte, dass täglich Restaurants aus unserem System gelöscht wurden“, erklärt das Team. Die Restaurants haben von dieser Information jedoch nichts mitbekommen. Der Ende 2022 abgeschlossene Jahresabschluss (der letzte im Handelsregister verfügbare) weist einen Verlust von 180.000 Euro aus. Obwohl Goosty geschwächt ist, gibt sich das Unternehmen dennoch „optimistisch“ und kündigt „Verhandlungen mit neuen potenziellen Partnern“ an. fc

Rüstungsindustrie

Dass sich Luxemburg im Juli auf dem NATO-Gipfel in Washington dazu verpflichtet hat, seine Verteidigungsausgaben bis 2030 auf zwei Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) zu erhöhen, entspricht einer Verdopplung von 728 Millionen Euro in diesem Jahr auf 1,461 Milliarden in sechs Jahren, rechnet die Handelskammer in einem Eco News Flash (Nr. 17/2024) vor. Bereits der Ausgabenanstieg zwischen 2014 und 2024 sei mit 189,1 Prozent der fünftgrößte im Vergleich der NATO-Staaten gewesen, nur von Litauen, Lettland, Polen und Ungarn übertroffen worden und habe deutlich höher gelegen als in den drei Nachbarländern des Großherzogtums. Die Handelskammer betont, dass „une veritable stratégie économique“ den Ausgabenanstieg begleiten müsse, und kündigt an, in den nächsten Monaten „une réflexion dans ce sens“ anstellen zu wollen. pf