Denksportaufgabe
Gute Nachrichten. Die luxemburgische Wirtschaft zeigt Anzeichen einer Erholung. „Vier aufeinanderfolgende Quartale mit Wachstum – das gab es seit 2019 nicht mehr“, betonte der Ökonom Bastien Larue am Dienstag bei der Vorstellung des Konjunkturberichts des Statec. Das BIP-Wachstum bleibt jedoch im Vergleich zu historischen Werten moderat. Und in der Einleitung des 110-seitigen „Berichts“ warnt der Direktor des Statistikinstituts, Tom Haas: „ Die Beruhigung “ bleibt angesichts „ einer unvorhersehbaren geopolitischen Lage und globaler Wertschöpfungsketten, die zu stark von einer begrenzten Anzahl systemrelevanter Akteure abhängig sind “, weiterhin fragil. Dieser Kurs könnte ins Wanken geraten, sollten die Finanzmärkte und die weltweite Nachfrage destabilisiert werden.
Das BIP wuchs 2024 um 0,4 Prozent und dürfte 2025 dank der Finanzdienstleistungen (und eines deutlichen Anstiegs im Bereich der Lebensversicherung) um ein Prozent zulegen. Für das kommende Jahr sieht das Basisszenario ein Wachstum von 1,7 Prozent vor, von 0,6 Prozent im Falle einer Marktkorrektur und von 2,5 Prozent im Falle einer „Verringerung der politischen Unsicherheit“. Zwischen diesen beiden Szenarien gewinnt Luxemburg wieder an Dynamik, insbesondere durch einen Arbeitsmarkt, der nicht mehr nur von der öffentlichen Nachfrage getragen wird (die jedoch bei 1,5 Prozent ihren Höchststand erreicht). Auch die Investitionen ziehen (moderat) wieder an, insbesondere durch steigende Ausgaben im Verteidigungsbereich.
Zur gleichen Zeit hielt die Handelskammer am Dienstag ihre Jahresabschlusskonferenz ab. Ihr Direktor Carlo Thelen brachte insbesondere die „Genug-ist-Genug“-Stimmung der Unternehmen in Branchen wie dem Baugewerbe und dem Gastgewerbe zum Ausdruck. „Die Unternehmen brauchen eine Regierung, die Kurs hält“, bekräftigte der hochrangige Vertreter der Arbeitgeberverbände am Donnerstag gegenüber dem Land. Die Koalition Frieden-Bettel wisse, welche Maßnahmen „ergriffen werden müssen“, und es gelte, „diese zügig umzusetzen“. „Die Menschen erwarten mehr Ergebnisse vor Ort (…). Die Zeit der halbherzigen Maßnahmen ist vorbei “, fährt Thelen in einer Rede fort, die zur Halbzeit der Amtszeit dieser als wirtschaftsfreundlich geltenden Regierung einen neuen Ton anschlägt. Auf der Website von Virgule enthüllen am Mittwoch zwei nebeneinander stehende Beiträge das Dilemma : „ Laut der Handelskammer muss die Regierung nun unpopuläre Maßnahmen ergreifen “ und „ Der Ministerpräsident ist aus den Top 10 der beliebtesten Politiker herausgefallen “. pso