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Ticker vom 4. Juli 2025

Stark genug Ceratizit glaubt fest an die industrielle Zukunft des Großherzogtums – so fest wie Wolframkarbid. Der luxemburgische Hersteller von Bauteilen aus diesem ultraharten Werkstoff richtet an der Uni.lu einen…

Erschienen in Ausgabe Juli 2025
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Stark genug

Ceratizit glaubt fest an die industrielle Zukunft des Großherzogtums – so fest wie Wolframkarbid. Der luxemburgische Hersteller von Bauteilen aus diesem ultraharten Werkstoff richtet an der Uni.lu einen Lehrstuhl für Ingenieurwesen im Bereich „harte und fortschrittliche Werkstoffe“ ein. „Diese Partnerschaft wird akademische Exzellenz und industrielle Innovation fördern“, verspricht die Universität in einer Pressemitteilung. Ceratizit stellt laut seinem Geschäftsführer Frank Thomé bei der Vorstellung der Partnerschaft am Dienstag am Firmensitz in Mamer eine Million Euro für die Forschung bereit (500.000 Euro davon gehen an das List). Der Lehrstuhlinhaber Ralph Useldinger hob seinerseits die Bedeutung fortschrittlicher Werkstoffe und Fertigungstechnologien hervor, um „die Kreislaufwirtschaft bei kritischen Rohstoffen zu verbessern und zu deneuropäischen Bemühungen zur Diversifizierung der Versorgung der EU beizutragen“. Der ehemalige Mitarbeiter des Ceratizit-Labors weiß, wovon er spricht. Der Konzern stellt Industrieteile auf Wolfram- und Kobaltbasis her – kritische Werkstoffe, die das Unternehmen fast ausschließlich aus Ausschuss beschafft, ohne dabei auf chinesische Lieferanten zurückzugreifen. Die von Ceratizit oder seiner (seit 2002) österreichischen Muttergesellschaft Plansee, fließen in industrielle Fertigungsprozesse oder direkt in Alltagsgegenstände wie iPhones ein. Ceratizit beschäftigt 7.000 Mitarbeiter an 30 Standorten weltweit, davon rund 1.000 am Hauptsitz in Luxemburg. pso

Ein Prozess, der ins Leere läuft

Die europäischen Richter haben am Mittwoch die Klage der Brasserie nationale gegen die Entscheidung der Europäischen Kommission, die Übernahme des Vertriebsunternehmens Heintz durch ihre Tochtergesellschaft Munhowen zu prüfen, abgewiesen. Dem Biermagnaten Georges Lentz hatte es gar nicht gefallen, dass sich die luxemburgische Wettbewerbsbehörde im Februar 2024 an Brüssel wandte, um die Kommission (auf Antrag des Konkurrenten AB Inbev, die an dem Verfahren beteiligt ist) um eine Entscheidung über einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung auf dem Getränkegroßhandelsmarkt in der Großregion zu ersuchen. Am 14. März 2024 habe die Kommission „diesem Verweisungsantrag stattgegeben“, so das Gericht der Europäischen Union, da es der Ansicht war, dass der Zusammenschluss „den Handel zwischen Mitgliedstaaten beeinträchtigen und den Wettbewerb in Luxemburg erheblich gefährden könnte“ Der Hersteller von „La Bofferding“ hatte geltend gemacht, dass diese „Entscheidung“ zur Einleitung einer Untersuchung verspätet sei, und deren vollständige Aufhebung beantragt. Die Richter teilen diese Auffassung nicht und geben der Kommission freie Hand für ihre Prüfung. Gegenüber dem Land erklärte Georges Lentz, er erwäge eine mögliche Berufung vor dem Gerichtshof. Pso

Staatliche Beihilfen

Wirtschaftsminister Lex Delles (DP) stellte am Mittwochmorgen eine Bilanz der Beihilfen vor, die seine Behörde im Jahr 2024 an die Unternehmen des Landes vergeben hat. Nach der Einrichtung der Generaldirektion „Staatliche Beihilfen und Unternehmensfinanzierung“ im vergangenen Jahr werden diese nun erstmals in ihrer Gesamtheit dargelegt. Nach Angaben des Ministers soll die Einrichtung dieser neuen Dienststelle ein „kohärenteres Vorgehen“ ermöglichen.

Insgesamt wurden im Jahr 2024 im Rahmen der klassischen Förderprogramme 1.895 Anträge bewilligt. Die bewilligten 224 Millionen Euro haben Investitionen in Höhe von 550 Millionen Euro generiert. Die Zahl der Begünstigten ist etwas höher als im Jahr 2023, doch das Gesamtbudget ist geringfügig niedriger.

Im Zeitraum 2022–2024 wurden im Rahmen der Beihilfen zum Ausgleich der gestiegenen Energiepreise 131 Millionen Euro an 3.374 Unternehmen vergeben. Der Höchststand wurde im Jahr 2023 mit 89 Millionen Euro an Fördermitteln erreicht (39 Millionen Euro im Jahr 2024).

Die bereits um sieben Monate verlängerte Ausschreibung im Rahmen des Förderprogramms für Umwelt- und Klimaschutz wurde am 30. Juni dieses Jahres abgeschlossen. Im Rahmen dieser Ausschreibung konnten 106 Unternehmen – in der Hälfte der Fälle KMU – mit einem Gesamtbetrag von 52 Millionen unterstützt werden.

Zu beachten ist die Änderung des Modells für die Prämie zur Unternehmensgründung. Der Gutschein in Höhe von 5.000 Euro wird durch eine (an bestimmte Bedingungen geknüpfte) Beihilfe von 2.000 Euro ersetzt, die über einen Zeitraum von sechs Monaten gewährt wird. EN