FINexis
Für die Investmentfonds-Verwaltungsgesellschaft Finexis, die einst rund dreißig Mitarbeiter am Boulevard Royal beschäftigte, ist es vorbei. Ihre Liquidation wurde am 3. Juli durch ein Gerichtsurteil offiziell bestätigt. Finexis war durch eine im Dezember 2020 von der CSSF verhängte Geldstrafe in Höhe von 240.000 Euro wegen Verstößen gegen die Verpflichtungen zur Bekämpfung der Geldwäsche bekannt geworden. Ein damals rekordhoher Betrag, der inzwischen durch die Verwaltungsstrafe in Höhe von 785.000 Euro gegen Fuchs & Associés Finance aus demselben Grund (das Unternehmen befindet sich ebenfalls in Liquidation) übertroffen wurde. In ihrem 154-seitigen Vorwurfskatalog gegen Finexis hatte die Aufsichtsbehörde potenzielle Geldwäschemechanismen zwischen China und dem Großherzogtum über eine Vielzahl von Ländern aufgezeigt. Die CSSF hatte den Fall anschließend an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet (d’Land, 5.11.2021). Seit mehr als drei Jahren läuft nun bereits ein Ermittlungsverfahren. Bislang wurde noch keine Anklage erhoben, wie die Justizbehörde dem Land diese Woche mitteilte. pso
Schweres Erbe
Identische Strafen in der Berufungsinstanz für das Umfeld des verstorbenen Betrügers aus der Diamantenbranche. In einem am 9. Juli verkündeten Urteil wurde die dreijährige Freiheitsstrafe (davon 18 Monate auf Bewährung) für die Ex-Frau von Emmanuel Abramczyk, Barbara B., bestätigt. Eléna C. muss zwei Jahre ins Gefängnis (davon die Hälfte auf Bewährung). Gleiches gilt für den Partykumpel des „Diamanten-Madoffs“, Manuel de Carvalho. Sie alle wurden verurteilt, weil sie über als fiktiv angesehene Arbeitsplätze die 26 bis 28 Millionen verschleudert hatten, die von 200 Personen eingesammelt worden waren, die glaubten, ihr Geld in Diamantenfonds anzulegen (d’Land, 12.05.2023). Manche betrachten die Angeklagten als Sündenböcke einer Justiz, die denjenigen nicht verurteilen konnte, der hinter dem zwischen 2013 und 2018 begangenen Betrug stand, da die Verjährungsfrist mit Abramczyks Tod im Januar 2023 abgelaufen war. pso