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Gesellschaftspolitik 3 Min. Lesezeit

Mit sofortiger Wirkung

Gilles Zeimet hat als Direktor des Centre National des Archives (CNA) gekündigt, knapp zweieinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt und viereinhalb vor Vertragsende. Seine Arbeit in dem staatlichen Kulturinstitut war…

Erschienen in Ausgabe April 2026
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Gilles Zeimet hat als Direktor des Centre National des Archives (CNA) gekündigt, knapp zweieinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt und viereinhalb vor Vertragsende. Seine Arbeit in dem staatlichen Kulturinstitut war insbesondere die letzten Monate stark in die Kritik geraten. Neben den Ausfällen der Klimaanlagen der Teutloff Kollektion in Düdelingen vergangenen Sommer, waren es die Feuchtigkeitsschwankungen in der Family of Man-Ausstellung des Clerfer Schlosses, sein autoritärer Führungsstil ebenso wie ein schlechtes Arbeitsklima, die die Berichterstattung um das CNA prägten. Zuletzt hatte das Tageblatt den Darstellungen des Kulturministers Eric Thill (DP) und Gilles Zeimet, was die Interpretation der Werte angeht, anhand von vorliegenden Dokumenten widersprochen. Der Tagesdurchschnitt sei stets im Normbereich gewesen, hatten sie bekräftigt. Am vergangenen Mittwoch wollte der Abgeordnete Marc Baum (déi Lénk) dem Kulturausschuss eine 70-seitige Analyse vorlegen, die diese Beschönigung seitens des Ministeriums verdeutlichen sollte. Dem kam Gilles Zeimet zuvor, indem er eine Stunde vor Beginn des Ausschusses seine Kündigung mit sofortiger Wirkung einreichte.

Politisch hatte sich Eric Thill bisher aus für die Öffentlichkeit nicht weiter erklärbaren Gründen stets hinter Gilles Zeimet gestellt, obwohl er ein politisches Risiko darstellte. Die Frage, weshalb, bleibt auch heute offen. Denn Thill hätte nach den Medienberichten zumindest ein unabhängiges Audit einfordern können. Offen bleibt ebenfalls, wie viel Schaden die Original-Exponate der Family of Man genommen haben. Eric Thill kündigte im Kulturausschuss an, klare Notfallprozeduren zu definieren, die Reaktionszeit zu vermindern und einen Livefeed mit zuverlässigen Infos installieren zu lassen. „Ideale Bedingungen“ würde es an einem Ort wie dem Clerfer Schloss jedoch nie geben können.

Außerdem entschuldigte er sich für den Fehler, den er im RTL-Radio gemacht habe: Er habe sich in einem „Detail“ geirrt, es habe sich bei den Feuchtigkeitsüberschreitungen in Clerf nicht um „Minuten“ gehandelt. Eine genauere Stellungnahme zum Monitoring der Säle, die über Monate hinweg starken Schwankungen ausgesetzt waren, gab er nicht. Er habe die Daten „eins zu eins“ von seinen Experten übernommen.

Eine Mitarbeiterin des CNA erklärt, eine ordentliche Aufarbeitung sei vonnöten, damit Fehler sich mit der neuen Führungskraft nicht wiederholen. Die letzten Jahre seien auf Kosten der Gesundheit mehrerer Kollegen gegangen, von den finanziellen Kosten, die aufgrund des technischen Missmanagements anfielen, mal abgesehen. Gilles Zeimet erklärte in einem Brief an die Medien, er habe die Abgeordneten nicht wissentlich getäuscht, sondern stets „nach bestem Wissen und Gewissen“ gehandelt. Da sich die Diskussion in den letzten Wochen „zunehmend auf seine Person verlagert habe“, verhindere dies die Fortführung der Aufgaben des CNA auf eine ruhige, objektive und effektive Weise.

Nach der Kulturkommission ließ der Abgeordnete Marc Baum verlauten, Zeimets Abgang sei auf die „hartnäckige Oppositionsarbeit“ zurückzuführen. Die gründliche mediale Berichterstattung, die den Sitzungen im Parlament vorausging und oftmals den Anstoß für sie gab, ließ er dabei außen vor.