Das Regierungsprogramm versprach eine Ausrichtung der internationalen Beziehungen auf die wirtschaftlichen Interessen. Diese nimmt diese Woche Gestalt an, wenn am Mittwoch das neue und künftige diplomatische Netzwerk Luxemburgs vorgestellt wird. Es wird als Paradigmenwechsel präsentiert und erweitert sich, wobei die Interessen des luxemburgischen Finanzzentrums stärker berücksichtigt werden. „Luxemburg wird seinen ganzheitlichen Ansatz damit effizienter umsetzen können“, heißt es in der Pressemitteilung der Regierung. Zu den diplomatischen Vertretungen und den Wirtschaftsbüros (die Luxembourg Trade and Investment Offices unterstehen dem Wirtschaftsministerium) kommen nun Finanzfachleute hinzu: „Experten, die (in den kommenden Monaten) vom Finanzministerium eingestellt werden, werden somit in mehreren Auslandsvertretungen eingesetzt, mit dem Auftrag, Chancen auf den internationalen Märkten zu identifizieren.“ Solche Verstärkungen werden in London und in der Schweiz erfolgen. Dieses von der Rue de la Congrégation abgeordnete Personal wird auch in den drei bestehenden Vertretungen in den Vereinigten Staaten (New York, San Francisco und Washington) sowie in einer neuen Vertretung in Austin, Texas, eingesetzt. In São Paulo, der Wirtschaftsmetropole Brasiliens, wird ein neues Generalkonsulat mit einem Experten eröffnet. Ein ähnlicher Schritt ist in Mumbai, dem Wirtschaftszentrum Indiens, geplant. In Asien macht die Regierung keinen Hehl aus ihrem Interesse an Singapur, dem „Luxemburg Asiens“, wie Gilles Roth am Mittwoch bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Netzwerks erklärte (Foto: sb). Dort wurden im vergangenen Jahr eine Botschaft und ein LTIO eröffnet. Ein Experte des Minfi wird dort hinzugesandt. Ebenso wie nach Hongkong, wo die Regierung die Möglichkeit prüft, ein weiteres Generalkonsulat einzurichten. Im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit überdenkt das Ministerium seine Vertretungen auf dem afrikanischen Kontinent, nachdem es aus der Sahelzone abgezogen wurde, und erwägt Vertretungen in Nairobi (Sitz von Organisationen der Vereinten Nationen) und in Pretoria. „Last but not least ein Thema, das uns am Herzen liegt“, fuhr Xavier Bettel am Mittwoch fort, „ich werde der Regierung eine diplomatische Vertretung in Israel und Palästina vorschlagen.“
Palästina im Stich gelassen
An diesem Donnerstag, dem 4. Juni, richten sich in Slowenien alle Blicke auf den Regierungssitz. Dort findet die Amtsübergabe zwischen dem…