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Musik 4 Min. Lesezeit

Saudade

Auf ihrem ersten Album beschäftigt sich Carisa Dias mit Liebe und Spiritualität

Erschienen in Ausgabe März 2025
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Carisa Dias hat gerade ihr erstes Album in Eigenproduktion veröffentlicht, das den treffenden Titel „Carisa“ trägt, da es ganz im Stil seiner Schöpferin ist. Ein Projekt mit zehn Titeln und einem vielschichtigen Klangbild zwischen Morna, Afrobeat, Bossa Nova, Pop und Soul, auf dem sich sonnige Lieder auf Portugiesisch, kapverdischem Kreolisch, Englisch und Französisch abwechseln. Dieses erste Werk, zwar noch nicht perfekt, aber vielversprechend, sorgt bereits für Aufsehen. Ihre ersten beiden Singles, „Sintonia“ und „There for You“, fanden Ende 2024 übrigens einigen Anklang. Es ist wahrscheinlich, dass die Leserschaft dieser Zeitung ihre Musik bereits gehört hat oder in Kürze im Radio, im Fernsehen oder auf der Bühne hören wird. Denn die Sängerin, die seit einigen Jahren ihre künstlerische Karriere vorantreibt, hat sich die Mittel für ihre Ambitionen gesichert. Ein Rückblick auf dieses Konzentrat aus lateinamerikanischer Musik und Klängen aus anderen Regionen sowie ein Gespräch mit der Künstlerin, die dahintersteckt.

Carisa Dias wurde als Tochter kapverdischer Eltern in Lissabon geboren und wuchs in Luxemburg auf. In der portugiesischen Hauptstadt findet heute Abend (Freitag, 7. März) die Release-Party ihres Projekts statt, und dort ist es auch entstanden. Das gleichnamige Album wurde in mehreren Sessions zwischen September 2023 und Januar 2024 aufgenommen und ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem ausführenden Produzenten Mesaro Soares, der eine Schlüsselrolle bei der Verwirklichung des Projekts spielte. Während einige sehr synthetisch klingende Titel, die von moderner Latin-Musik inspiriert sind, die Gemüter spalten mögen, treffen andere, organischere Stücke, bei denen trockene Gitarrenklänge und a cappella-Gesang im Vordergrund stehen, genau ins Schwarze.

„Carisa“ dreht sich um drei universelle Themen: Liebe, Spiritualität und Entschlossenheit. Beim ersten Thema, das zweifellos das umfassendste ist, beleuchtet die Sängerin Liebes- und Freundschaftsbeziehungen aus einer märchenhaften Perspektive, ohne dabei in Kitsch zu verfallen. „Imaginá“, „Revolução Sentimental“ und „Sintonia“ fügen sich, obwohl sie stilistisch unterschiedlich sind, in diese Vision ein. Die Liebe, die aus dem Album hervorgeht, ist auch die Liebe, die sie ihrem Vater Amadeu Dias entgegenbringt, der den Grundstein für ihre musikalische Begabung gelegt hat. Der Song „Amor Amor“ wurde übrigens 1982 von ihm komponiert. Diese sanfte und mitreißende Ballade war bis dahin noch nie aufgenommen worden. So sieht ein Vater seinen Traum durch seine Tochter wahr werden.

Die Spiritualität – oder, im weiteren Sinne, die Hoffnung – ist der zweite rote Faden des Projekts. Das Stück „Luz D’Un Menino“ ist besonders stark von dieser spirituellen Dimension geprägt. Es geht auf ein tragisches Ereignis im Leben des Künstlers zurück: den Tod seines Bruders, gefolgt von der Geburt seines Neffen. Ein Zusammenspiel aus Licht und Schatten, eine Geschichte der Hoffnung, verkörpert durch das Lächeln eines Kindes. Dieser Begriff der Hoffnung knüpft übrigens an das dritte große Thema an, nämlich das des „Empowerments“. „Never Be The Same“ und „Showtime“ veranschaulichen diese Geisteshaltung, zumal sie ursprünglich für eine Ausschreibung zur Vertretung Luxemburgs beim Eurovision Song Contest komponiert wurden. Letztendlich entschied sich Carisa Dias, ihre Titel nicht einzureichen, bleibt aber offen für die Idee, eines Tages ihr Glück zu versuchen. Das Wichtigste sei, „an etwas, an jemanden und im Idealfall an sich selbst zu glauben“.

In gewisser Weise sind diese Stücke auch eine Hommage an das Unternehmertum in all seinen Formen. Und tatsächlich ist Carisa Dias auch als Unternehmerin tätig. Vor einigen Jahren hat sie unter anderem versucht, ein soziales Großprojekt im Bereich der Schönheitspflege auf die Beine zu stellen. „Ich habe viel unternommen. All diese unternehmerischen Projekte haben mich geprägt und mir ermöglicht, heute mein eigenes Projekt zu verwirklichen. Ich habe gelernt, Chancen zu ergreifen, und ich scheue mich nicht davor, zu investieren.“

Zum Abschluss bleibt vor allem der Titel „There for You“ im Gedächtnis, ein rhythmischer Song, der im Hintergrund den Kampf gegen häusliche Gewalt gegen Frauen thematisiert. Ein Lied, das von dramatischen Ereignissen inspiriert ist, mit denen sie in ihrem Berufsleben konfrontiert war. Sie arbeitet seit etwa fünfzehn Jahren im sozialen Bereich und findet in der Musik einen Weg, dem Alltag zu entfliehen. Als Anhängerin des Ikigai hat sie es geschafft, ein Gleichgewicht zwischen einer anspruchsvollen Karriere, ihrem Familienleben und ihrer Kunst zu finden. Auch dieses Album spiegelt dies wider.