Marc Spautz,
CSV-Arbeitsminister, verriet einem Kammerausschuss am Mittwoch noch nicht, wie der Mindestlohn in Umsetzung der EU-Direktive berechnet werden soll. Noch habe er dazu und zu den Kollektivverträgen nicht alle Patronatsverbände angehört. Spautz trifft die Verbände einzeln. Dass sich OGBL-Präsidentin Nora Back und UEL-Präsident Michel Reckinger vorigen Samstag gemeinsam von RTL interviewen ließen, weckte Erwartungen auf baldige Gespräche zu dritt mit der Regierung. Doch zum Mindestlohn liegen UEL und Gewerkschaftsunion weit auseinander. Die UEL ist dagegen, die Gehälter des öffentlichen Dienstes in den nationalen Median- und Durchschnittslohn zur Mindestlohn-Berechnung laut Direktive einzubeziehen. Spautz sagte im Ausschuss, dem stimme die Regierung nicht zu. Doch schon Spautz’ Vorgänger Georges Mischo hatte das angedeutet, dafür die Herausrechnung von Gratisleistungen ins Spiel gebracht. Dazu äußerte sich Spautz nicht, sondern will mit der IGSS „Referenzwerte“ zur Mindestlohnberechnung aufstellen lassen. Er betonte, dieses Jahr kläre sich die Umsetzung der EU-Direktive (Foto: oh). pf
Georges Mischo,
Ex-Arbeitsminister (CSV), wurde am Tag seiner Abgeordneten-Vereidigung seines Postens als Erster Regierungsrat enthoben, um Abgeordneter sein zu können. Die hohe Beamten-Funktion erhielt er am Tag zuvor, um im öffentlichen Dienst zu bleiben. Die Formalität seiner vorläufigen Demission wurde am Mittwoch per Memorial amtlich. pf
Sinkflug
Der Rechnungshof legte am Mittwoch einen vernichtenden Bericht zu den Kontrollmechanismen für Fraktionen und Sensibilitäten im Umgang mit ihrer öffentlichen Finanzierung und internen Buchhaltung vor. Fazit: Für Ausgaben gibt es keinen legalen Rahmen. Die Cour des Comptes war im August 2024 mit der Kontrolle der Piraten beauftragt worden. Um zu überprüfen, ob die Sensibilität das Geld in der Legislaturperiode 2018-2023 für parlamentarische Tätigkeiten ausgegeben hatte. Für mehr als 68 000 Euro unter den Ausgaben von über 250 Euro konnten keine Belege vorgelegt werden. Patrick Graffé vom Rechnungshofs fragte sich, was „los gewesen wäre“, hätte ein Bericht eine solche Feststellung über ein établissement public gemacht. Es herrscht Intransparenz für Besuche in Restaurants (über 43 000 Euro innerhalb von fünf Jahren); für Reisen ins Ausland; für die Auswahl von Dienstleistern, von denen die Abgeordneten profitierten, und für Darlehen, die die Sensibilität ausstellte. Der Rechnungshof konnte selten feststellen, ob die Abgeordneten das Geld im Rahmen ihrer parlamentarischen Aktivität ausgaben. Die Grenzen zwischen Sensibilität und Partei verschwimmen laut dem Bericht. Er spricht zahlreiche Empfehlungen für die Abgeordnetenkammer aus. Unter anderem sei ein verbindlicher und einheitlicher Rechtsrahmen für Ausgaben nötig. Von den Piraten ist der Abgeordnete Sven Clement am meisten visiert. Er scrollte während der Präsentation auf seinem Handy. Die Piraten hätten „definitiv Fehler“ gemacht, erklärte er dem Wort. Der Rechnungshof übergab das Piraten-Dossier der Staatsanwaltschaft. Das Parlament dürfte nachziehen. Sein Präsident Claude Wiseler sprach von „Schlussfolgerungen, die wir nun ziehen müssen“. sp
Délocalisation
La presse luxembourgeoise s’est inquiétée en début de semaine qu’ArcelorMittal délocalise en Inde un tiers de ses postes alloués au Luxembourg, soit 1 150 unités. Mardi, Paperjam relayait des propos de Jean-Luc Ruffin, secrétaire du comité d’entreprise du géant mondial de la sidérurgie selon lesquels des fonctions supports (logistique, comptabilité, maintenance, informatique) étaient en péril (pas la production). Le groupe basé à Luxembourg a rectifié mercredi : les chiffres évoqués sont le « périmètre de l’étude », pas ce qui va en résulter. « In order to assess which roles may be suitable for transfer to Poland and India, the company began by looking at the total number of people working in functions identified as potentially suitable for transfer », écrit ArcelorMittal pour ses activités européennes. Pour ce qui concerne plus particulièrement le Grand-Duché, le groupe se réfère aux discussions en cours dans le cadre de la Tripartite sidérurgie qui portent à la fois sur « l’organisation, les ressources humaines, les investissements et le renforcement du siège, y compris le rôle de l’intelligence artificielle », communique l’entreprise. Le gouvernement dit la même chose en somme, mais se réfère à des discussions qui ont été menées en octobre de l’année dernière dans le cadre du plan Lux2025 entretemps arrivé à échéance. Les services de Lex Delles (DP) n’informent pas sur le calendrier. Ce jeudi ArcelorMittal a publié son bénéfice : il a bondi de 135 pour cent, passant de 1,3 milliard en 2024 à 3,2 pour 2025. L’action a pris neuf pour cent en valeur après la diffusion de l’information sur la délocalisation (photo : sb). PSO
Shigellose
« Quatre morts en trois mois au Cap-Vert lors d’une mystérieuse épidémie dans les hôtels », titrait Le Parisien ce dimanche en écho à l’article paru la veille dans The Times. Le quotidien britannique rapportait que quatre sujets du roi avaient péri dans un hôpital comparable à une « war zone » après une infection bactérienne. « They were all staying in a Riu hotel, a Spanish chain with six resorts in Cape Verde » … avec qui travaille Luxair Tours pourrait-on poursuivre. À une semaine des vacances de carnaval, le ministère luxembourgeois n’en dit mot dans ses avis aux voyageurs. Il faut dire que ceux-là sont réservés aux vraies zones de guerre (Moyen-Orient, Liban, Niger, Russie et Ukraine). Le MAE conseille toutefois de consulter les sites des pays voisins. Effectivement, tous soulignent une augmentation des cas de shigellose depuis 2022 (l’Allemagne évoque une recrudescence en 2025) et préconisent un « respect strict » des règles d’hygiène. PSO