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d'Lëtzebuerger Land du 05.12.2025

 

zum Nachladen in Einfamilien- und in Apartmenthäusern sowie für Ladesäulen in Betrieben. Dass Strom in Luxemburg kaum besteuert ist, die Wartung von E-Autos weniger kostenträchtig als von Verbrennern und die Neupreise der E-Autos sinken, steigert deren Attraktivität.

49 Prozent soll im Jahr 2030 der Anteil von Batterie- oder nachladbaren Plug-in-Hybrid-Autos am PKW-Bestand betragen. Daran hält auch die CSV-DP-Regierung fest. 11,6 Prozent aber waren es im Mai, notiert die Fondation Idea, und schreibe man aktuelle Trends fort, wären in fünf Jahren bestenfalls 20 Prozent drin. Soll das Ziel bleiben, sei eine „accélération forte et immédiate des politiques publiques“ nötig.

Die bisherige Politik konzentriert sich auf Anreize und Subventionen: Bis zu 6 000 Euro Kaufprämie; Besserstellung von Batterieautos beim Leasing von Firmenwagen; Beihilfen für

Idea hat ermittelt, wieviel die Vermeidung einer Tonne CO2 durch Elektromobilität kostet. Und welcher Preisvorteil für Privatleute besteht, rechnet man auch Wartungs- und Stromkosten und sowie die Autosteuer ein. Dazu wurden 15 im Typ ähnliche Paare von Verbrenner- und E-Autos verglichen. Resultat: In 12 Fällen ist ein E-Auto günstiger. Wird es sechs Jahre gehalten, winken im Schnitt 1 255 Euro Kostenvorteil. Doch nur mit Kaufprämie. Ohne sie wäre die Nutzung eines E-Autos über sechs Jahre im Schnitt 4 145 Euro teurer als die eines Verbrenner-Fahrzeugs.

Die Kosten für die Allgemeinheit, alle Maßnahmen einbezogen, schätzt Idea für jede durch Elektromobilität vermiedene Tonne CO2 auf 393 bis 923 Euro. Letzteres, wenn ein E-Auto von außerhalb Europas importiert wird und man auch den Umwelteinfluss des mit importierten Energieaufwands betrachtet. Gegenüber dem CO2-Preis von derzeit 75 Euro im EU- Emissionshandel ist das viel. Die dabei stark zu Buche schlagende Prämie hält Idea für politisch unverzichtbar. Darum seien zusätzliche, auch „unpopuläre“ Politiken nötig. Änderungen an der Autosteuer etwa oder eine Immatrikulationssteuer, die es in Luxemburg nicht gibt und bei der Elektroautos bessergestellt werden könnten. Unbedingt müssten die Kostenvorteile der Elektrischen, die nicht so einfach erkennbar sind, besser kommuniziert werden. 

Peter Feist
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