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Stil 3 Min. Lesezeit

Radfahren ist besser als die Umwelt zu belasten

In den letzten zwei Jahren sind die Verkaufszahlen von Lastenrädern in Europa um sechzig Prozent gestiegen. Und Esch-sur-Alzette steht dem in nichts nach. Ende Mai stellte die Stadt den Händlern zwei elektrische…

Erschienen in Ausgabe Juli 2025
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In den letzten zwei Jahren sind die Verkaufszahlen von Lastenrädern in Europa um sechzig Prozent gestiegen. Und Esch-sur-Alzette steht dem in nichts nach. Ende Mai stellte die Stadt den Händlern zwei elektrische Lastenfahrräder zur Verfügung, damit diese ihre Lieferungen damit durchführen können. Das im Rahmen der „Local Green Deals“ ins Leben gerufene Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband der Händler von Esch und „Transition Minett“, einem Kollektiv, das sich für den ökologischen Wandel in der Region einsetzt, konzipiert. Meris Sehovic, Beigeordneter (Déi Gréng), erklärt, dass diese Initiative Wirtschaft und Ökologie, zwei Bereiche, die allzu oft gegeneinander ausgespielt werden, auf konkrete Weise miteinander verbindet.

Die beiden Lasten-E-Bikes können 25 Kilogramm in ihrer vorderen Box und 100 Kilogramm in ihrem hinteren Laderaum transportieren und haben eine Reichweite von bis zu 60 Kilometern. Nach einer Nutzungsdauer von 30 Minuten bis vier Stunden muss das Lastenrad an den Abholort zurückgebracht werden, nämlich zu den Ladestationen auf der Place du Brill. Genau wie andere Fahrräder dürfen sie während der Lieferzeiten in der Fußgängerzone der Rue de l’Alzette fahren; doch selbst wenn diese gesperrt ist, können die Lastenfahrräder dank ihrer elektrischen Unterstützung geschoben werden.

Flexibel, kostenlos und benutzerfreundlich – das Projekt hat einiges zu bieten. Nun gilt es noch, die Hauptbetroffenen zu überzeugen: die Händler und Gastronomen aus Esch. Dieses neue Fahrradangebot geht auf eine Studie von Transition Minett zurück, die ein starkes Interesse seitens der Händler aufgezeigt hat – doch der Schritt in die neue Richtung braucht Zeit. Meris Sehovic zeigt sich dennoch optimistisch: „Das ist ganz neu, und die Mentalitäten müssen sich erst ändern; es braucht eine gewisse Anpassungszeit, um sich neu zu organisieren. Ich bin überzeugt, dass das Projekt ein Erfolg wird.“ Jo Metzler, Florist in der Rue de l’Alzette, könnte zu den Botschaftern gehören. Er hat das Lastenfahrrad bereits getestet und ist der Meinung, dass es die Lieferungen mit seinem Lieferwagen bei unerwarteten Bestellungen ergänzen könnte. Auch der Geschäftsführer von O’Kebap an der Avenue de la Gare ist begeistert: „Durch den Einsatz des Lastenfahrrads würden wir nicht zwanzig bis dreißig Minuten mit der Suche nach einem Parkplatz verlieren und die Umwelt belasten.“

Allerdings arbeiten die meisten Händler bereits mit Lieferplattformen zusammen und können sich nicht vorstellen, einen neuen Mitarbeiter einzustellen, um diese zu ersetzen. Meris Sehovic steht diesen Kurierdiensten kritisch gegenüber. „Die verlangten Provisionen von 25 bis 35 Prozent sind zu hoch, die Arbeitsbedingungen sind nicht ideal, und es kommt zu einer beträchtlichen Anzahl von Unfällen, da die Zusteller unter Zeitdruck stehen und die Vorschriften nicht einhalten.“ Das Angebot der Lastenfahrräder ist direkt zugänglich, wodurch der Umweg über die Plattform entfällt. In einer zweiten Phase erwägt die Stadt Esch, Studenten einzustellen, um die Zustellungen zu übernehmen.

Da Esch-sur-Alzette nun über die größte Fahrradbrücke Europas mit Belval verbunden ist, dürfte der Fahrradboom weiter anhalten. Nicht nur geografisch gesehen, durch die Einführung von Lastenrad-Stationen an weiteren Orten der Stadt, sondern auch durch eine Ausweitung dieses Angebots auf die Einwohner, je nach deren Bedürfnissen. Über die Lastenfahrräder hinaus denkt die Verwaltung der Hauptstadt der „Terres Rouges“ über Mehrzweckstationen mit Carsharing, dem Verleih klassischer Fahrräder oder sogar einer Abholzone nach. Ein „breites Spektrum an Dienstleistungen zur Reduzierung von Fahrten“, fasst Meris Sehovic zusammen. Zu den Stadt- und Lastenrädern kommt nun schließlich auch der Verleih von Mountainbikes hinzu, da die „Metropole des Eisens“ mittlerweile über zahlreiche Grünflächen verfügt.