Es gibt Anzeichen, die keinen Zweifel lassen. Der Duft von gebratenen Zwiebeln, Zimt und karamellisiertem Zucker, der sich in den Straßen verbreitet. Die Wiederholungen im Fernsehen, die nur so wimmeln von Filmtiteln, von denen einer unwahrscheinlicher ist als der andere (von „Liebe auf den ersten Blick zu Weihnachten“ über „Schneeflocken auf meinem Herzen“ bis hin zu „Sauerkraut am 25. Dezember“). Die dicht gedrängten Hütten am Fuße der Gëlle Fra. Die Lichterketten auf der Avenue de la Liberté. Die Menschenmassen, die sich in den Einkaufszentren drängen. Weihnachten steht vor der Tür, und das ist kein Geschenk.
Was können wir dieses Jahr noch verschenken, um das Fest nicht zu verderben? Lassen wir die Option „Danke“-Pralinenschachtel mal beiseite: vier Euro, um zu sagen „Ich fühlte mich dazu verpflichtet, aber du verdienst die Marcolini nicht“, da können wir das Ereignis genauso gut direkt im Namen des Wirtschaftsrückgangs oder aus Solidarität mit dem ukrainischen Volk boykottieren: Es macht keinen Sinn, noch mehr Konflikte zu schüren, die Blauhelme haben schon genug zu tun. Vermeiden wir die Option „Bongo“-Geschenkbox, die 300 wundervolle Reiseangebote enthält, von denen die Hälfte nur im November von Montag bis Donnerstag verfügbar ist und die andere Hälfte eine vierzehnstündige Autofahrt erfordert. Überlassen wir den Jugendlichen den Geldschein im Umschlag nach dem Motto „Kauf dir, was du willst“, der nach und nach in Freitags-Kebabs und Samstagnacht-Ausflüge ins „Melusina“ umgewandelt wird. Behalten wir uns als letzten Ausweg die Weinkiste vor, die gegenüber dem neuesten Goncourt-Preisträger den Vorteil hat, dass man sie in zahlreichen Exemplaren erhalten kann, allerdings im Rahmen des Vernünftigen, denn wenn am Morgen des 25. mehr als zwölf Liter ausgepackt werden, lässt ihr eure Schwiegermutter wie die Sue Ellen aus Gutland dastehen.
Eine gute Idee, die ebenso originell wie praktisch ist, wenn Sie in Belgien ein Geschenk suchen, ist das personalisierte Kfz-Kennzeichen. Für nur tausend Euro (viel weniger als eine Konzertkarte für Bruce Springsteen oder Taylor Swift) haben unsere belgischen Nachbarn nämlich eine hervorragende Möglichkeit gefunden, die Staatskasse zu füllen und sich gleichzeitig eine Freude zu machen: ein Kennzeichen, das ganz auf Ihren Namen oder den Namen einer Person Ihrer Wahl lautet und Sie Ihr ganzes Leben lang begleiten wird. Eine Art zusätzliche Eitelkeitssteuer. Man kann sogar Bindestriche oder Ziffern hinzufügen, sofern die Länge acht Zeichen nicht überschreitet und man natürlich keine offensichtlich unpassende oder bereits vergebene Kombination wählt. Dank des Internets können Sie mit zwei Klicks auf der Website des Föderalen Öffentlichen Dienstes für Mobilität und Verkehr überprüfen, ob ein Kennzeichen bereits reserviert ist. Spoiler: „T-SWIFT“ oder „THE-BOSS“ sind zum Beispiel noch verfügbar, nicht jedoch „ELVIS“ (seit dem 25. August 2022 vergeben) noch „BILOUTE“ (seit dem 19. März 2020 vergeben). Das ist doch mal etwas anderes als die triste Kombination aus „Initialen + Geburts- (oder Heirats-)datum“, die auf dieser Seite der Grenze üblich ist. Und wie immer kann man sich darauf verlassen, dass unsere Nachbarn wissen, wie man sich eine Freude macht. Ein kurzer Blick in die Facebook-Gruppe „Licence Plate Belgium“ offenbart uns so die Existenz eines Fiat Multipla mit dem Kennzeichen „BARAKI“, einen unwahrscheinlichen Porsche mit dem Kennzeichen „SDF“ (schlechter Geschmack geht kaum), eines netten Kennzeichens „MON-REVE“, das an einem Wohnmobil angebracht ist (ganz im Stil der Taufnamen von Villen aus dem letzten Jahrhundert), eines mutigen „POULET “ (damit sollte man in Frankreich besser nicht angehalten werden), eines surrealistischen „ A-VENDRE “, eines mysteriösen „ MHBWGXKH “ (schlechte Ziehung beim Scrabble ?) oder einem eher schwer zu tragenden „ VLADIMIR “. Im Jahr 2021 hat der belgische Staat mehr als 11.000 Kennzeichen ausgegeben und damit einige Millionen in seine Kassen gespült!
Na ja, wenn Sie natürlich kein Geschenk für jemanden suchen, der in Belgien wohnt, oder wenn Sie nicht vorhatten, so viel Geld dafür auszugeben, hilft Ihnen das nicht viel weiter. Übrigens: Selbst wenn ihr jemanden in Belgien kennt, der sich für Autos und Tuning begeistert, ist das vielleicht nicht gerade die Idee des Jahrhunderts. Weniger protzig als das Nummernschild, aber weniger kitschig als die aus der Bretagne mitgebrachte Schüssel mit handgemaltem Vornamen oder das Armband zur Erstkommunion: Einen Namen oder Spitznamen auf ein Frotteetuch sticken zu lassen, Initialen auf ein neues Hemd sticken zu lassen oder die Klinge eines schönen Messers oder das Gehäuse einer Uhr gravieren zu lassen, ist genauso individuell und viel weniger „ nefaste and furious “.