Neu Start der neuen Website des Land Zum Onlineshop →
Stil 4 Min. Lesezeit

Let’s talk about sex, Baby

Eine blonde Frau in einem rosa Tutu spaziert durch die Straßen von New York, als sie plötzlich von einem Bus nassgespritzt wird … Wir schreiben das Jahr 1998, und die berühmte Carrie Bradshaw tauchte zusammen mit ihren…

Erschienen in Ausgabe Juni 2022
Artikel teilen auf

Eine blonde Frau in einem rosa Tutu spaziert durch die Straßen von New York, als sie plötzlich von einem Bus nassgespritzt wird … Wir schreiben das Jahr 1998, und die berühmte Carrie Bradshaw tauchte zusammen mit ihren drei Freundinnen in der mittlerweile kultigen Serie „Sex and the City“ auf den Bildschirmen auf. Auch wenn die Serie heute etwas in die Jahre gekommen ist und in endlosen, wenig interessanten Kinoadaptionen versinkt, ist es den vier Freundinnen dennoch gelungen, das brisante Thema der Sexualität und des weiblichen Verlangens explizit auf die Leinwand zu bringen. Das Thema wird aus vier verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, die der Persönlichkeit der jeweiligen Protagonistin entsprechen. Samantha ist die extrovertierteste und offenste, was ihre zügellose Sexualität angeht – sowohl mit Partnern aus Fleisch und Blut als auch mit zahlreichen Sexspielzeugen, deren Vorzüge sie ohne zu zögern lobt. Die Serie hat daraufhin die Verkaufszahlen der Nachbildungen dieses berühmtesten Hilfsmittels buchstäblich in die Höhe schnellen lassen: des „Rabbit“!

Für alle, die es noch nicht wissen: Der „Rabbit“ ist ein Gegenstand aus Silikon mit zwei Ohren, die ihn wie ein Kaninchen aussehen lassen und dessen Hauptfunktion darin besteht, Frauen Lust zu bereiten. Die Serie hat ein Thema auf den Tisch gebracht, das nach wie vor weitgehend tabuisiert ist. Seitdem ist eine Bewegung entstanden, in der Frauen offener über ihre Sexualität und ihre Lust sprechen. Vor diesem Hintergrund haben die Pandemie und die aufeinanderfolgenden Lockdowns die Verkaufszahlen von Sexspielzeug buchstäblich in die Höhe schnellen lassen, sowohl für Frauen als auch für Männer und für Paare aller möglichen Konstellationen: Die Zahlen haben sich weltweit im Jahr 2020 verdreifacht. Laut einer IFOP-Studie hat der Anteil der Nutzer in Frankreich im Jahr 2020 die symbolische 50-Prozent-Marke überschritten (genau 51 Prozent).

Ein Rückblick auf ein lustvolles Phänomen, dessen Ursprünge im Schatten der Pyramiden liegen. Es scheint, als sei die berühmte ägyptische Königin Kleopatra für die Erfindung des allerersten Vibrators verantwortlich. Den Experten der Königin zufolge benutzte sie eine Papyrusrolle, die sie mit Bienen füllen ließ, um das Summen zu genießen. Nach dieser ersten Erfindung verliert sich jede Spur von Spielzeugen zur Befriedigung der weiblichen Lust bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als der englische Arzt Joseph Mortimer Granville den … Granville-Hammer erfand! Der Name lässt zwar keine Träume aufkommen, da sind wir uns einig, aber der urbanen Legende zufolge handelte es sich um ein Instrument zur „Behandlung“ von Frauen, die an „Hysterie“ litten. Über diese Erfindung gehen die Meinungen weit auseinander, und die renommierte Expertin, die Historikerin Hallie Lieberman, hat in einem 2020 in der New York Times veröffentlichten Artikel die Dinge richtiggestellt. So amüsant die Vorstellung auch sein mag, dass Frauen sich beim Arzt durch Masturbation behandeln lassen sollten, und das Ganze von ihren lieben Ehemännern bezahlt wurde, trägt diese Version doch zu einer Sichtweise bei, wonach die Frau keine Kontrolle über ihren Körper und ihr Vergnügen hat und eine externe Person (in diesem Fall der Arzt) systematisch eingreifen muss. Dr. Granville hat den Vibrator nicht zum weiblichen Vergnügen erfunden, sondern zur Linderung anderer Beschwerden. Haltet euch fest: Tatsächlich waren es die Frauen selbst, die dieses medizinische Gerät zweckentfremdet haben, um sich Lust zu verschaffen! Unglaublich, aber wahr: Frauen sind tatsächlich in der Lage, ihre Sexualität und die damit verbundene Lust anzunehmen, wenn man ihnen die Freiheit dazu lässt. Erst mit der sexuellen Revolution in den 1930er Jahren gelangten Sexspielzeuge aus dem medizinischen Bereich in die Privathaushalte. Lange Zeit blieb es jedoch tief im Schrank oder in der Nachttischschublade versteckt – ein phallisch geformtes Objekt, das vor den Augen der Welt verborgen wurde.

Erst 1983, mit der Erfindung des berühmten „Rabbit“, bot der Vibrator sowohl interne als auch externe Stimulation! Die Welt entdeckt dieses Ding, dessen Name lange Zeit tabu war: die Klitoris! Heute und seit nunmehr fast zwanzig Jahren ist die neue sexuelle Revolution in vollem Gange, populär gemacht durch Stars wie die Sängerin Lilly Allen, die Schauspielerinnen Dakota Johnson, Emma Watson oder Gwyneth Paltrow, die mit starken Botschaften alle Frauen dazu ermutigen, die Kontrolle über ihren Körper und ihre Lust zu übernehmen, ohne Schuldgefühle zu entwickeln. Andere haben sich sogar auf den Vertrieb von Sexspielzeug und anderen Sex-Accessoires verlegt. Sexspielzeug gibt es mittlerweile in allen Formen, Preisklassen, Größen und Farben, mit oder ohne Internetverbindung, für den Solo-Spaß, zu zweit oder in der Gruppe. Objekte mit neuem Design (auf Wiedersehen, Monopol der phallischen Form), von denen einige sogar preisgekrönt sind, mit modernster und leistungsstarker Technologie, die wir zu unserem größten Vergnügen stolz auf unserem Nachttisch präsentieren!