Die 2016 gegründete luxemburgische Alternative-Rock-Band Pineway steht kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Projekts „Echosystem“. Der Name „Pineway“ leitet sich vom Verb „to pine away“ ab, was so viel bedeutet wie „sich in etwas aufzulösen“. Ein sehr treffender Name, denn zum großen Unglück der Band ging das musikalische Konzept von Pineway seit ihrer Gründung in der Flut sowohl lokaler als auch internationaler Veröffentlichungen dieses äußerst inklusiven Stils des Alternative Rock unter. Zu allem Übel fiel die Veröffentlichung ihrer ersten EP „Shift“ mit der uns allen bekannten Gesundheitskrise zusammen. Ihre erste Release-Party, die für den 4. April 2020 in der Rockhal geplant war, musste abgesagt werden, was die Verbreitung ihrer Botschaft abrupt zum Erliegen brachte. „Shift“ verpuffte trotz gewisser Qualitäten und einer unbestreitbaren Begeisterung. Eigenschaften, die in ihrem neuen Projekt zum Vorschein kommen, das alle Hindernisse der vergangenen Jahre aus dem Weg räumt, mit dem klaren Ziel, die Auflösung der Band zu verhindern.
Bei Pineway geht es in erster Linie um die Freundschaft zwischen den beiden Mitbegründern Ramon Herrig und Andy Kayl. Als Schulfreunde, die sich von der Kindheit bis zum Abitur kannten, begannen sie Ende der 90er Jahre gemeinsam Musik zu machen und gründeten 2001 eine obskure Band namens Silent View. Fünfzehn Jahre später beschlossen sie, Pineway über einen Aufruf in den sozialen Netzwerken ins Leben zu rufen. Die aktuelle und endgültige Besetzung besteht somit aus Ramon Herrig (Gesang), Christian Junk (Keyboards), Andy Kayl (Bass), Christoph Krause (Schlagzeug) und Claudio Petucco (Gitarre). Die fünf Musikbegeisterten, für die Pineway im Wesentlichen ein Hobby ist, das sie neben ihrem Berufs- und Familienleben unterbringen, waren in den letzten Jahren tatsächlich nicht untätig. Obwohl die Umstände schwierig waren, traten sie landesweit auf, von Belval über Clémency bis nach Wiltz. Heute stehen die Zeichen auf Grün, insbesondere ihre Single „The Devil Must Not Know“ wurde im Radio gespielt. Ein guter Anlass also, einen Blick auf das mit Spannung erwartete Album zu werfen.
„Echosystem“ ist ein Projekt mit acht Titeln, das rund 30 Minuten elektronische Musik im wahrsten Sinne des Wortes bietet und stark an die Neunziger erinnert. Der Opener „Breach“ beginnt mit nebulösen Klängen, die durch das Spiel der Musiker, die ihre Brust herausstrecken, regelrecht in die Luft gesprengt werden. „Hide and Seek“ baut auf einem simplen, mitreißenden Riff auf und bietet einen gekonnt gestalteten Refrain. „The Devil Must Not Know“ ist ein gut konstruiertes Stück, doch wer mit dem Genre nicht vertraut ist, wird Schwierigkeiten haben, eine eigene Identität der Band herauszuhören. Dennoch ahmt Pineway seine Vorbilder in keiner Weise nach. Die Handschrift der Band ist vielmehr in ihren Texten zu finden, in den Reflexionen über Freiheit und Widerstandsfähigkeit. „The Truth“ ist ein weniger offensichtlicher Titel mit abgehackten Percussions und einer launischen Basslinie. Es folgen „Am I Allowed“, „Mr Loner“ und „Legacy“. Drei gelungene Kompositionen, die auch hier wieder zahlreiche Anspielungen enthalten. Das Projekt endet mit einer Akustikversion von „Medusa“, die das auf dem vorherigen Album der Band erschienene Original übertrifft und eine berührende und willkommene Note beisteuert. „Medusa“ hat für Pineway übrigens eine besondere Bedeutung. Es handelt sich, wie sie selbst zugeben, um ihren „stärksten Song“, und die Musiker erinnern sich mit einem Augenzwinkern an ihren Auftritt beim MooFest 2020. Die Truppe hatte diesen Song damals mit einem verstimmten Bass und in einem fröhlichen Durcheinander gespielt.
„Echosystem“ von Pineway wird ab dem 19. April auf allen
Streaming-Plattformen verfügbar sein.
Die Release-Party findet diesen Freitag, den 12. April, im
„Floor“ der Rockhal statt.