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Kino 3 Min. Lesezeit

Zehn Vorbilder im Kampf gegen Diskriminierung

„Ex æquo“! Eine zehnteilige Serie über Diskriminierung im Sport, koproduziert von a_BAHN, wird während der Olympischen Spiele in Tokio auf RTL ausgestrahlt.

Erschienen in Ausgabe Juli 2021
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„Tacklings, Dribblings und Uppercuts“ – das ist das Konzept von „Ex æquo“! Die Miniserie überrascht sowohl durch ihre Thematik als auch durch ihre künstlerische Gestaltung und ihre Ausstrahlung. Denn obwohl sie sich mit Sport befasst, geht es in der Serie nicht um Rekorde, Wettkämpfe oder Trophäen … oder nur am Rande. Ihr Thema ist die Intoleranz im Sportmilieu: Rassismus, Sexismus, Homophobie, Ableismus… „Das entspricht genau unserer redaktionellen Linie bei a_BAHN“, bemerkt der luxemburgische Koproduzent François Le Gall.

Zehn Regisseure haben sich jeweils mit einem Spitzensportler getroffen, der sich auf seine Weise gegen Diskriminierung gewehrt hat. Sie haben ihr Land bei großen internationalen Wettkämpfen vertreten, manchmal sogar Medaillen gewonnen, doch weil sie eine Frau ist, er schwarz ist, sie homosexuell, albino, trans oder behindert ist … sind oder waren sie Opfer von Beleidigungen, Drohungen, Anspucken oder einfach nur von Vorurteilen und Diskriminierung. Die brasilianische Rugbyspielerin Isadora Cerullo, der spanische Fußballer Jesús Tomillero, die französische Leichtathletin Nantenin Keita, die französische Kanu-Meisterin Sandra Forgues, die kubanische Boxerin Namibia Flores Rodriguez, die französische E-Sport-Spielerin Kayane, die singapurische Schwimmerin Yip Pin Xiu, der flämische Fußballer Yves Kambwe, die wallonische Sprinterin Léa Bayekula und der französische Kletterer Mickaël Mawen sind die Helden dieser hybriden Serie, die Interviews, Archivbilder und animierte Bilder miteinander verbindet. Keine Sportler aus Luxemburg sind dabei. „Wir haben gesucht, aber keinen Sportler oder keine Sportlerin aus Luxemburg gefunden, der oder die sich in den Medien zu irgendeiner Form von Diskriminierung geäußert hat“, erklärt François Le Gall.

Zwar sind keine luxemburgischen Sportler auf dem Bildschirm zu sehen, doch ist das Großherzogtum auf künstlerischer Ebene in der Serie stark vertreten: Alle Folgen mit Ausnahme der Pilotfolge wurden in Luxemburg farbkorrigiert und geschnitten, während Studio 352 vier Folgen animiert und bei zwei weiteren Folgen als Animationsunterstützung fungierte. Und vor allem haben vier großherzogliche Regisseurinnen – eine Entscheidung, die auch den Willen von a_BAHN unterstreicht, die Vielfalt in der nationalen audiovisuellen Produktion zu fördern – an dem Projekt mitgewirkt: Julie Schroell, Rae Lyn Lee, Eileen Byrne und Lucia Valverde.

Letztere beschäftigt sich schon seit Langem mit dem Thema Diskriminierung. „Ein Thema, das mich sehr bewegt“, erklärt die Regisseurin, die in diesem Projekt und dessen Herangehensweise an das Thema durch den Sport ein Mittel gefunden hat, „ein breiteres Publikum zu erreichen“. Doch die spanisch-luxemburgische Filmemacherin begeistert sich auch für den Boxsport und dessen „sehr choreografischen“ Charakter. So war es nur natürlich, dass sie vorschlug, die kubanische Boxerin Namibia Flores Rodriguez zu treffen, eine Championin ohne Titel, da in ihrem Land „Frauen normalerweise nicht das Recht haben, an Boxwettkämpfen teilzunehmen“.

Jede Folge von „Ex æquo !“ erzählt somit eine persönliche Geschichte, doch die gesamte Serie befasst sich mit einem universellen Thema. Die einzelnen Folgen folgen einem ähnlichen Aufbau: Archivbilder erinnern an die sportlichen Höchstleistungen dieser Champions, Interviews lassen diese Männer und Frauen direkt und ungefiltert zu Wort kommen, während Animationen es ermöglichen, über die wohlwollenden Worte der Interviewten hinauszugehen, ihren Ängsten Gestalt zu verleihen, sich das Schlimmste vorzustellen oder umgekehrt durch diese zarten Bleistiftskizzen dem Zuschauer Luft zum Atmen zu geben und ihm neue Hoffnung zu schenken. Ein Weg, der sowohl der Information als auch den Emotionen Raum gibt.

Fünf dieser Folgen sind auf den digitalen Plattformen von France Télévision, der RTBF und RTL verfügbar. Alle Folgen werden während der Olympischen Spiele außerdem auf RTL ausgestrahlt, und zwar im Rhythmus von einer Folge pro Tag