Peter Jackson wird in diesem Jahr die Ehrenpalme der Filmfestspiele von Cannes erhalten – eine Auszeichnung, die seine Karriere würdigt, die das zeitgenössische Kino nachhaltig geprägt hat. Der 1961 in Neuseeland geborene begann der Filmemacher mit unkonventionellen Independent-Filmen wie „Bad Taste“ (1987) und „Braindead“ (1992), in denen sich bereits seine Vorliebe für Fantasiewelten und innovative Spezialeffekte zeigte.
Internationale Anerkennung erlangte er mit „Heavenly Creatures“ (1994), der in Venedig den Silbernen Löwen gewann und für den Oscar für das beste Drehbuch nominiert wurde. Doch vor allem mit der Trilogie „Der Herr der Ringe“ (2001–2003), einer Verfilmung des Werks von J.R.R. Tolkien, schreibt Peter Jackson Filmgeschichte. Als wahres weltweites Phänomen revolutioniert die Saga den Fantasy-Film durch ihren visuellen und erzählerischen Anspruch.
In der Folge festigte Peter Jackson seinen Status als bedeutender Filmemacher mit „King Kong“ (2005) und anschließend mit der „Hobbit“-Trilogie (2012–2014). Parallel dazu baute er das Spezialeffekte-Unternehmen Weta Digital auf, das sich zu einer weltweiten Referenz für technologische Innovationen im Kino entwickelt hat. Seitdem zeichnen sich seine Filme durch eine einzigartige Mischung aus Leidenschaft für revolutionäre Spezialeffekte, einer tiefen Verbundenheit mit dem Handwerk und einer vollendeten Beherrschung epischer Erzählungen aus
Über die Fiktion hinaus hat sich Jackson zu einem herausragenden Restaurator und Archivar entwickelt. Dank der von seinen Teams entwickelten Technologien zur Kolorierung und künstlichen Intelligenz hat er in der Dokumentation „They Shall Not Grow Old“ (2018) Archivbilder aus dem Ersten Weltkrieg wieder zum Leben erweckt. Sein Ansatz verbindet historischen Respekt mit dem Bestreben, die Vergangenheit für neue Generationen erlebbar zu machen. Dies beweist er erneut mit „The Beatles: Get Back“ (2021), in dem man die Band dabei sieht, wie sie alle Songs von „Let It Be“ komponiert, probt und aufnimmt. Mit der Verleihung einer Ehrenpalme würdigt Cannes einen autodidaktischen Filmemacher, dem es gelungen ist, populäres Kino, technische Meisterleistungen und epischen Schwung miteinander zu verbinden.