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Feuilleton 3 Min. Lesezeit

Das Eintauchen in eine andere Welt steht im Mittelpunkt des Festivals „Constellations“

Das Festival „Constellations“ in Metz präsentiert bis zum 4. September eine Reihe urbaner Kunstwerke: den Rundgang „Art et Jardins“ und Street Art. Diese ergänzen die digitalen Angebote, die bei Einbruch der Dunkelheit zu sehen sind. Ein detaillierter Überblick über die beeindruckendsten Werke.

Erschienen in Ausgabe August 2021
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Arcades-Georges

Sie fallen sofort ins Auge, sie bleiben auf der Pont Saint-Georges nicht unbemerkt. Als fantasievolle Konstruktion nach dem Vorbild der „Fabriques de jardin“ des 18. Jahrhunderts, die kein konkretes oder tatsächlich existiertes Gebäude nachbildet, schaffen die Arkaden, durch die man schlendern kann, das Bild einer romantischen Ruine und nutzen dabei eine zeitgenössische Inszenierung. Lange Zeit eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt, über mehr als fünfhundert Jahre hinweg bis ins 18. Jahrhundert bewohnt, wird diese Brücke, auf der sich zahlreiche Geschäfte befanden und die als Ort des Lebens und der Begegnung diente, hier von „Les Nouveaux Voisins“ neu interpretiert, Nicolas Grun und Pierre Laurent, den Schöpfern der Installation „Les Arcades“, neu interpretiert. Als Absolventen der École Supérieure d’Architecture de Strasbourg realisieren sie architektonische Installationen in ganz Frankreich. Das Werk ist bei weitem nicht das einzige auf diesem Rundgang, das uns dazu anregt, über unseren Platz im Raum nachzudenken.

Werde grün!

Eine weitere Installation, ein typografisches Pflanzenwandbild, spielt mit Worten: „Metz toi au vert!“ in der Rue des Roches. In Großbuchstaben und in Grün gehalten – dieses Werk an der Schnittstelle zwischen Street Art und dem vom Festival angebotenen Programm „Art et Jardins“ ist kaum zu übersehen. Die für die Inschrift verwendete Technik ist das pflanzliche Graffiti, doch die Installation nutzt auch die Natur selbst als Kunstwerk. Christophe Guinet, ein Liebhaber der Pflanzenwelt und Träumer, ist „Monsieur Plant“, der Schöpfer dieser Installation. Er nutzt Pflanzen, um die Auswüchse des Konsumdenkens anzuprangern. Seine Materialien sammelt er in der Natur: Blumen, Rinde, Moos, Samen. Als spielerisches und poetisches Projekt zieht die scheinbare Einfachheit der Aufforderung den Betrachter in ihren Bann: sei es als staunender Betrachter oder als einfacher Passant, der am Werk vorbeigeht.

Vergängliche Wesen

Wird das Werk bestehen bleiben oder nicht? Wird es dem Zahn der Zeit, der Erosion, bald entgehen oder wird es diese im Gegenteil auf andere Weise umkehren? Genau darin liegt auch der Reiz dieser Skulpturen inmitten der Natur, die historisch an die Künstler der Land Art anknüpfen und durch Spuren und Zeugnisse unser Verhältnis zur Natur neu gestalten. Der „Sentier des Remparts“, die „Allée de la Tour des Esprits“ und „Les Créatures“ von Philippe Bercet bieten ebenfalls Stoff zum Nachdenken. Diese pflanzlichen Silhouetten, die den Namen „Créatures“ tragen, verschönern Orte, Landschaften und Umgebungen mit Installationen, die zeitgenössischen Formen ähneln und unerwartet in einen Rahmen eindringen, in dem man sie nicht erwartet, und nehmen ihren Platz entlang der alten Stadtmauern ein. Philippe Bercet, ausgebildeter Landschaftsarchitekt, ist bildender Künstler und entwirft Installationen für landschaftliche Inszenierungen.

Die Rückkehr von Saint-Vincent

Dieser Rundgang wäre nicht vollständig, ohne die poetischen Einblicke zu erwähnen, die tagsüber und sogar an einigen nicht mehr als Heiligtümer geschützten Orten zu sehen sind. So beherbergt das prächtige Gebäude der Basilika Saint-Vincent das Werk „Paysage immatériel“ von Valentina Canseco. Diese monumentale Installation, bestehend aus schwarzen, gelben und grünen Plexiglasplatten, die in kuriose organische Formen geschnitten sind, hängt im Herzen des Kirchenschiffs der Basilika. Canseco, deren künstlerisches Schaffen von der Zeichnung bis zur Installation reicht und die von selbstgebauter Architektur und informeller Landschaft fasziniert ist, liefert ihre eigene Interpretation des göttlichen Lichts, das auf die Erde fällt, in einem pulsierenden Spiel aus Licht und Schatten. Rückkehr zur Natur, Weite der Umwelt und ihrer Pracht: Der Parcours der Ausgabe 2021 des Festivals „Constellations“ ist spielerisch und lässt sich fröhlich erkunden. In diesen Zeiten der Corona-Pandemie lädt er uns (auch) dazu ein, unseren Platz im Universum zu hinterfragen.

Festival „Constellations“ in Metz bis zum 4. September.