Léon Gloden mobilisiert seine Truppen also aus tiefstem Herzen. Hat er nicht kürzlich in einem Interview mit unseren Kollegen von RTL zugegeben, seine Politik „aus dem Bauch heraus“ zu betreiben? Für jemanden, der sich als Sprecher der „schweigenden Mehrheit“ präsentiert, könnte das jedoch für Aufsehen sorgen. Unser Innenminister bezeichnet sich also als Innereieminister – jene Innereien, die Wolfram Siebeck, der verstorbene Gastronomiekritiker der „Zeit“, mit seinem gewohnten Humor als „Igittereien“ bezeichnete. Ein Humor, der dem „Mann für’s Grobe“ von Frieden auffallend fehlt; er hätte, wie der letzte der Proktologen, bemerkt, dass aus den Eingeweiden nur heiße Luft und das, was zarte Gemüter als „das Wort mit fünf Buchstaben“ bezeichnen, herauskommt. Was, wie manche verstopfte Seelen andeuten, das Handeln unseres Mannes charakterisiert, der seine Politik ebenso ausstößt wie er Ausländer ausstößt. Mit einem donnernden „Mist auch!“ würde Jean Asselborn ihm gerne eine Überarbeitung seiner Vorhaben vorschlagen.
Wann gibt es endlich eine Petition, um das Furzen in der Politik zu verbieten? Und einen Aufruf, diesen Trottel zu ignorieren? Weil er sich zu sehr zum Trottel gemacht hat, hat Gloden die Maxime von Edouard Herriot vergessen, der sich als ehemaliger Bürgermeister von Lyon sowohl in der Politik als auch in der Gastronomie auskannte. Er vertraute jedem an, der es hören wollte, dass „die Andouillette wie die Politik ist: Sie muss nach Scheiße riechen, aber nicht zu sehr!“ Eine weise Lektion, über die der Unruhestifter aus der Mosel nachdenken sollte – er, dessen Koliken ein Glücksfall, ein gefundenes Fressen sind, für den Kolumnisten, der bei der Vorgängerin des Ministers, die Politik mit ihrem Kopf machte – den sie übrigens sehr gut gebaut hatte –, etwas auf dem Trockenen blieb. Indem er den Bettlern nachjagt, zerhackt Léo den Rechtsstaat, aber weit von mir sei der Gedanke, dass seine Politik eine große Sauerei ist, denn, wie alle Feinschmecker wissen, ist am Schwein alles gut. Der Staatsrat hat dieses noch ganz frische und dampfende Gesetz, das direkt aus dem ministeriellen Schließmuskel kam, übrigens ordentlich zurechtgebastelt.
Über die kulinarischen Vorlieben des Mannes aus dem Moselland wissen wir nur wenig – abgesehen natürlich von seine Liebe zum Saft seiner Heimat, aber in einem Clip, den seine Kommunikations-Köche ausgeheckt haben, gesteht er, dass ihn seine kulturellen Vorlieben manchmal weit weg führen, zu den köstlichen Konzerten des Geigers André Rillettes. Wir sind weit entfernt von der Tafelmusik eines Georg Philipp Telemann. Verschweigt er uns etwa, dass sich seine armselige Politik von der „Arte Povera“ inspirieren lässt, die Piero Manzoni so am Herzen liegt, der seine „merda d’artista“ in Museen auf der ganzen Welt ausstellt? Oder vielleicht von den dampfenden „Cloaca“ von Wim Delvoye, die das Mudam mit ihren von Lea Linster signierten Exkrementen erfüllten?
Einige Soziologen und Ärzte – und zwar nicht die unbedeutendsten – vergleichen die Darmzotten mit den Windungen des Gehirns. Ich erspare dem ehemaligen Bürgermeister von Grevenmacher die alte luxemburgische Redewendung, die ebenfalls eine Verbindung zwischen den beiden Organen herstellt, und beschränke mich darauf, ihm zu raten, nur ein paar Milligramm Loperamid einzunehmen, damit seine Politik nicht im Sande verläuft. Dieses „Morceau de roi“, das nach wie vor zu den Juwelen der luxemburgischen Küche zählt, dessen Geheimnis ein obskures altes Sprichwort verrät. Es muss „schwaarz wéi der Deiwel a fett ewéi e Paaf“ sein. Genau die Art von Politik, die dieser Minister seinen übersättigten Wählern vorsetzt.