Schließlich hat die Regierung nun beschlossen, die Funkfrequenz FM 107,7 zu vergeben. Die Bewerber hatten ursprünglich bis zum vergangenen Mittwoch Zeit, ihre Unterlagen einzureichen, obwohl die Ausschreibung erst am Freitag zuvor veröffentlicht worden war. Schließlich wurde diese Frist bis zum 25. Juni verlängert.
Um diese Ausschreibung glaubwürdiger zu machen: Sofern es keine Überraschungen gibt, dürfte De neie Radio die Frequenz 107,7 erwerben und damit die nationale Frequenz erhalten, die seit den Anfängen des Radiosenders des Medienimperiums „Imprimerie Saint-Paul“ (ISP) gefordert wurde. Vor genau einem Jahr, als der soziokulturelle Radiosender 100,7 seine Frequenz vollständig in Besitz nahm, um rund um die Uhr zu senden, hatte sein Untermieter RTL Radio Lëtzebuerg als Entschädigung eine zweite nationale Frequenz erhalten, 88,9 FM. Dies hatte damals zu geheimen Verhandlungen zwischen den Verantwortlichen der CLT/UFA, Eigentümerin von RTL und Eldoradio, und der ISP geführt. RTL würde sich der Übernahme der Frequenz 107,7 durch DNR nicht widersetzen, das heißt, Eldoradio würde sich nur aus Prinzip bewerben; die ISP würde sich im Gegenzug verpflichten, die CLT/UFA nicht mehr über das „Luxemburger Wort“ anzugreifen und vor allem das nationale Monopol von RTL Télé Lëtzebuerg zu gewährleisten. Die kurze Frist, die den Bewerbern für die Zusammenstellung ihrer Bewerbungsunterlagen (Gesamtkonzept, Finanzierung, Programmgestaltung, usw.) eingeräumt wurde, ist somit maßgeschneidert für DNR, dessen Bewerbungsunterlagen schon seit langem fertig sind. Die kurze Frist schließt zahlreiche Bewerbungen ausländischer Investoren aus, und auf nationaler Ebene scheinen nur DNR und Eldoradio in der Lage zu sein, den Zuschlag zu erhalten.