Was würde man nicht alles für unsere geliebten Hündchen tun? Ihren kleinen, kuscheligen Bauch mit einem wattierten Mantel vor der Kälte schützen. Ihre kleinen Ohren mit bunten Schleifen schmücken. Oder ihren Hals mit einem neonfarbenen, leuchtenden Halsband schmücken, wie man sie in der Vorweihnachtszeit immer häufiger sieht. In den letzten Jahren sind zudem immer mehr Tierhotels entstanden, die Haustiere beherbergen und versorgen, wenn ihre Besitzer in den Urlaub fahren.
Was für ihre Lebensqualität und Langlebigkeit zweifellos noch wichtiger ist: Man kann ihnen täglich bessere Mahlzeiten anbieten. Es ist jedoch nicht einfach, etwas Gutes zu finden, das man ihnen unter die Nase halten kann. Ein Blick auf eine beliebige Tüte Trockenfutter genügt, um zu erkennen, dass auch hier industriell hergestelltes Junkfood vorherrscht. Eine Liste schwer verdaulicher Zutaten, in der man Taurin, tierisches Fett oder sogar Fischöl findet! Genau wie Babys oder ältere Menschen gehören auch die Vierbeiner zweifellos zu den schutzbedürftigen Wesen dieser Welt. Wie Babys und Senioren fehlen ihnen die Worte, um die Misshandlungen anzuprangern, die die Gesellschaft ihnen oft antut. Kurz gesagt: Omas, Kinder, Menschen mit Behinderung, Hündchen – vereinigt euch!
Aus dieser Vernachlässigung der Ernährung – ein Aspekt, den selbst Tierschutzverbände so gut wie nie thematisieren – entstand im vergangenen Jahr eine wohlwollende Initiative. Sie wurde von Marjorie Huber ins Leben gerufen, die es leid war, das traurige Gesicht ihres vierbeinigen Begleiters nach jeder Mahlzeit zu sehen – eines siebenjährigen Staffies (Bullterriers) namens Coffi. Er ist das Aushängeschild dieses Unternehmens, gekrönt mit der traditionellen Kochmütze. Gestützt auf ihre Erfahrung in der Konditorei hat sich die junge Frau daran gemacht, hochwertige Leckereien zuzubereiten, und betreibt in Dudelange ein Geschäft unter dem Namen CoffiCook – natürlich zu Ehren ihres geliebten Hundes. Bevor sie sich an die Arbeit machte, hat Marjorie Huber sorgfältig die Allergene für Hunde aufgelistet – und zwar ausschließlich für Hunde, da jede Rasse ihre eigenen verbotenen Nahrungsmittel hat. Aus regionalen Zutaten – ohne Butter und auf der Basis von Bio-Mehl, Käse, Lachs oder Fleisch, das meist aus der näheren Umgebung oder bei „La Provençale“ bezogen wird – entstehen ihre Rezepte „made in Luxembourg“. Johannisbrot ist ein erstklassiges Nahrungsmittel, um die Verdauung unserer Vierbeiner zu fördern. Auf der Speisekarte finden sich originelle Kreationen, deren Geheimnisse nur CoffiCook kennt: glutenfreie Kekse mit Kalbshirn oder Geflügelleber, aber auch raffiniertere Varianten auf der Basis von Nori-Blättern und Spirulina. Andere, vegane und biologische Varianten, werden auf der Basis von Kurkuma, Möhren, Rote Bete oder Kokosnuss zubereitet. Neben Leckereien mit Speck, Ziegenfrischkäse oder Erdnussbutter gibt es die „Big“. Das sind ganz lokale Spezialitäten: der „Moïen“ mit Emmentaler, der Burger „I love Luxembourg“ mit Zimt oder auch der „Luxembourg“ mit luxemburgischem Rindfleisch und Rosmarin. Man muss mit etwa vier Euro pro hundert Gramm dieser Köstlichkeiten rechnen. Es bedarf keines Küchenchefs, um diese kulinarischen Kreationen zu zertifizieren. Marjorie Hubers Experte in Sachen Geschmack ist natürlich Coffi, der sich die Lippen leckt. Auch wenn man sich aufgrund der vorgeschriebenen Verfahren an die Asta wenden musste, die Futtermittelkontrollbehörde, die vor der Vermarktung die gesundheitliche Unbedenklichkeit aller Produkte sicherstellt.
Seit der Gründung ihres Unternehmens strömen die Kunden in Scharen, besonders in der Vorweihnachtszeit. Marjorie nutzt jede Gelegenheit, um ihr Geschäft einem möglichst breiten Publikum bekannt zu machen – von ihrer Website bis hin zum Markt am Glacis. So trägt sie zum Gelingen zahlreicher Geburtstage und vieler anderer tierischer Festlichkeiten bei. Warum also beim Nachmittagsimbiss stehen bleiben, wenn man weiß, dass all das jeden übermüdeten Hund wieder auf die Beine bringt? Marjorie Huber denkt darüber nach und hat Großes vor. Um ihr Angebot zu erweitern, plant sie, in Kürze ein Catering-Sortiment anzubieten. Auch hier befinden sich die Rezepte derzeit in der Entwicklung – zur großen Freude von Coffi und seinen Artgenossen.