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Nationale Wirtschaft 3 Min. Lesezeit

Der Zinsdruck lässt nach

„Endlich“, seufzt (erleichtert) das Statec in seinem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht: Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen gesenkt. Nach einem Jahr in der Rezession (-1,1 Prozent im Jahr 2023)…

Erschienen in Ausgabe Juni 2024
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„Endlich“, seufzt (erleichtert) das Statec in seinem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht: Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen gesenkt. Nach einem Jahr in der Rezession (-1,1 Prozent im Jahr 2023) deuten die vom Nationalen Institut für Statistik zusammengestellten Aggregate für das erste Quartal auf eine Wende hin, mit einer angekündigten Rückkehr zum Wachstum im Jahr 2024 auf 1,5 Prozent, das sich 2025 auf 2,3 Prozent bestätigen soll. Diese konjunkturelle Wende ist weitgehend auf die Geldpolitik in Frankfurt zurückzuführen. Der rasante Zinsanstieg hatte die europäische Wirtschaft in die roten Zahlen getrieben. Die Rückkehr zum Wachstum wird von der Intensität des Rückgangs abhängen. In Luxemburg stehen dabei erhebliche Herausforderungen auf dem Spiel. Der Konjunkturbericht zeigt, dass der Zinsanstieg insbesondere den Bausektor (und damit auch den Immobiliensektor) getroffen hat. „Die Unternehmen beurteilen den Stand ihrer Auftragsbücher zunehmend als unzureichend, die gesicherte Auslastung ist rückläufig, und mehr als die Hälfte der Unternehmen gab im Mai eine unzureichende Nachfrage an (deutlich mehr als in den Nachbarländern und in der Eurozone)“, schreibt das Statec.

Die Baubranche war am stärksten von Insolvenzen betroffen und verzeichnete die meisten Entlassungen. Die Dienstleistungen von Serge Allegrezza heben insbesondere hervor, dass luxemburgische Unternehmen, die stärker als anderswo von variablen Zinssätzen abhängig sind (95 Prozent der Kredite) (85 Prozent), besonders stark unter der Geldpolitik gelitten haben, da ihre Zinsbelastung zwischen 2021 und 2023 um 62 Prozent gestiegen ist, „was deutlich höher ist als in den anderen EU-Ländern“. Dabei sind es gerade die Unternehmen der Baubranche, die am stärksten auf Bankfinanzierungen zurückgreifen (zwei Drittel von ihnen gegenüber 20 Prozent in anderen Branchen). Der Rückgang der Zinssätze „dürfte die Nachfrage wieder ankurbeln, aber das wird Zeit brauchen“, betont das Statec. Die Erholung der Transaktionen betreffe zunächst Bestandswohnungen, „deren Preise deutlich stärker gesunken sind als die von im Bau verkauften Wohnungen“. Nach mehreren Jahren mit rückläufigen Zahlen ist die Trendwende jedoch deutlich spürbar: Im 1. Quartal stiegen die Immobilienkredite an private Haushalte um 21 Prozent.

Im Übrigen steigen die Ergebnisse des Bankensektors nach den Rekordergebnissen im Jahr 2023 (Gewinnanstieg um 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) weiter an „ getragen vom Anstieg der Zinsmargen und dem Rückgang der Rückstellungen zur Absicherung von Risiken (die 2022 mit Verbindlichkeiten gegenüber russischen Gegenparteien zusammenhingen) “. In der Rangliste der Wirtschaftsunternehmen, die zu den öffentlichen Einnahmen beitragen, überholen die Kreditinstitute (36 Prozent gegenüber 23 im Jahr 2022) somit die Soparfis (29 Prozent gegenüber 39 im Vorjahr) und die Fondsverwaltungsgesellschaften (27 bzw. 28 Prozent).