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Stil 4 Min. Lesezeit

Charakteristische Note

Das Doppel-Pili-Logo der Marke Sopilipili hat seinen Ursprung in Sophie Holzems Kindheit in Afrika, genauer gesagt in den glücklichen Jahren in Ruanda, wo die Familie lebte, nachdem der Vater – ein Bergbauingenieur –…

Erschienen in Ausgabe Oktober 2024
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Das Doppel-Pili-Logo der Marke Sopilipili hat seinen Ursprung in Sophie Holzems Kindheit in Afrika, genauer gesagt in den glücklichen Jahren in Ruanda, wo die Familie lebte, nachdem der Vater – ein Bergbauingenieur – die Familie dorthin mitgenommen hatte, als Sophie zehn Jahre alt war. „Meine Mutter, eine polnische Schauspielerin, und mein Vater haben sich in Guinea kennengelernt. Ich habe interessante und unbeschwerte Tage auf dem afrikanischen Kontinent verbracht, wir haben viele Freunde gefunden. Daraus habe ich eine Vorliebe für das Authentische mitgenommen.“ Vielleicht rührt auch aus dieser Erfahrung Sophies Streben nach dem Außergewöhnlichen und Einzigartigen, das ihren Ansatz als Einkäuferin prägt. Ihr neues Geschäft in der Avenue du X Septembre ist ein Beweis dafür: Es strotzt nur so vor Stücken, die man sonst nirgendwo in Luxemburg findet. „Einzigartig, aber nicht teuer, und innerhalb einer bestimmten Preisgrenze“, erklärt Sophie, für die Erschwinglichkeit eine wesentliche Regel ist. Nach ihrem Studium der Mode und des Modemanagements am ISEM in Paris und an der Universität Lyon arbeitete sie unter anderem für die Marke Kookaï. Sie ist stets bestrebt, an die Tradition der legendären Marke anzuknüpfen, die in den 1990er Jahren ihren Höhepunkt erlebte: elegant, feminin, verspielt.

Einige Jahre nach der Schließung von Kookaï in Luxemburg machte sich Sophie selbstständig und begann, Taschen zu entwerfen und nähen zu lassen (riesige Tragetaschen aus bunten Stoffen): Sopilipili wurde 2017 gegründet. Schnell erweiterte sie ihr Sortiment um Schmuck, Hüte und andere Accessoires und legte dabei großen Wert darauf, außergewöhnliche Stücke ausfindig zu machen. So verkauft sie beispielsweise die Halsketten der ehemaligen Chef-Accessoire-Designerin von Kookaï, La Tonkinoise; den „Slow-Fashion“-Schmuck von Nadja Carlotti oder die witzigen und feministischen Broschen von Les nanas ont du chic. Ein wichtiger Teil ihres Sortiments ist die Marke „Imprévu Belgium“ der Lütticher Designerin Justine God, die vollständig in Europa aus nachhaltigen Stoffen hergestellt wird und deren Motto lautet: „Das Leben ist zu kurz, um langweilige Kleidung zu tragen“. Die Kollektion mit Stücken in limitierter Auflage gibt es auch als Mini-Kollektion. Sophie durchforstet unermüdlich die sozialen Netzwerke – ein grenzenloses Universum –, um neue Favoriten zu entdecken. In ihrem Laden sind zudem Gemälde der französischen Künstlerin Sidonie Hollard ausgestellt, die sich perfekt in das Pili-Universum einfügen.

Sophie konzentriert sich eindeutig auf europäische Designerinnen, mit wenigen Ausnahmen wie den japanischen Shupătto-Taschen, die jedoch in China hergestellt werden (ihr einziges in China gefertigtes Produkt), oder dem Schmuck aus Austernschalen einer amerikanischen Designerin aus Charleston. In jedem Fall achtet Sophie auf die Herkunft und kennt die Herstellungsbedingungen ihrer Artikel bis ins Detail, auch bei den in Indien gefertigten Schals der Designerin Les Belles Vagabondes.

Zwei Jahre lang hatte Sophie Räumlichkeiten im ersten Stock eines Geschäfts in der Innenstadt belegt: Ein gemütlicher Ort, aber nicht unbedingt gut sichtbar, was in einem für die Bekleidungsbranche schwierigen Umfeld Probleme mit sich bringt. „Vor allem im Winter blieben die Kunden uns fern… Hier möchte ich einen Ort der Nähe, einen Ort, an dem die Leute vorbeikommen, um Hallo zu sagen und sich Neuigkeiten auszutauschen“, sagt Sophie. Eine Herausforderung in diesem vornehmen Viertel, das bisher als Vorort galt, durch den eine trostlose Zufahrtsstraße zur Stadt führte – ohne Charme und ohne Grünflächen. Die Räumlichkeiten, die sie direkt gegenüber der Bushaltestelle mieten konnte, standen fünf Jahre lang leer, nachdem sie von einem in Konkurs gegangenen Reisebüro aufgegeben worden waren. Ihr Laden ist übrigens derzeit stolz der einzige in diesem Straßenabschnitt, mit nur einem renommierten Immobilienbüro als Nachbarn, das etwa hundert Meter weiter liegt (die Art von Geschäften, die in diesem Viertel vorherrschen). „Die Leute kommen langsam vorbei, neugierig und oft dankbar, dass sie beim Warten auf den Bus ein schönes Schaufenster bewundern können“, stellt sie fest. Sophie gefällt die Idee, Kontakte zu ihren Kundinnen und der Nachbarschaft zu knüpfen, um ihnen von der Herkunft ihrer besonderen Stücke und ihren Favoriten zu erzählen und so auch deren Geschmack besser kennenzulernen. Sie arbeitet übrigens an einer Second-Hand-Kollektion, die sie nach und nach je nach ihrem eigenen Geschmack aufbauen wird. Ihre Leidenschaft für Mode mit Charakter kennt kaum Grenzen – sehr zum Vorteil der Avenue du X Septembre.