Es ist unglaublich, was ein Kind in Bettange-sur-Mess alles entdecken kann … Fragt doch mal Laurene und Charlotte Kroon – sie können gar nicht aufhören, von den Schätzen zu schwärmen, die sie in ihrem kleinen Dorf aufgestöbert haben. „Die Einfachheit, die Lust am Spaß, die Neugier auf Neues, die einfachen Freuden von Spaziergängen auf dem Land oder die Kunst, mit kräftigen Kreidezügen eine Ecke des Asphalts in ein buntes Kunstwerk zu verwandeln“, zählen sie aus einem Mund auf. Denn trotz des Altersunterschieds von zwei Jahren teilen die „ große “ Schwester (29 Jahre) und die „ kleine “ dieselben glücklichen Erinnerungen und eine gemeinsame Gegenwart. So bilden ihre jungen Jahre heute die Seele der Kleidungsstücke und Accessoires, um die sie sich kümmern. Ihre Marke Kroon O2 ist somit nichts anderes als die erwachsene Fortsetzung ihrer kindlichen Freuden. „Der Geist bleibt kindlich, aber es sind die Linie und das Design, die Stil und Know-how erfordern.“
Ende 2022 hat das Duo die Sichtbarkeit seiner Marke verstärkt. Dazu gehörten zahlreiche Auftritte auf Designermärkten. Ein Winter-Schaufenster, das an den Frühjahrs-Auftritt anknüpft, den ihnen die Bereitstellung eines Pop-up-Stores in der Hauptstadt beschert hatte. „Mitten auf der Grand-Rue, in den Räumlichkeiten des ehemaligen Courrèges-Ladens – wie ein Traum!“ Eine einmalige Gelegenheit, einem breiten Publikum zu zeigen, wozu Charlottes Kreativität und handwerkliches Können fähig sind. Denn von den beiden ist sie die Designerin; Laurene ist „die Stütze, die Fürsorge, die Ermutigung und diejenige, die über das Image und die Werbung für unsere Mode wacht“.
Eine Mode, die nach den Kroon-Grundsätzen „weder einer Saison noch einem Verfallsdatum unterliegt“. Mit anderen Worten: Die beiden Schwestern möchten Schmuck, Hemden, Hosen, Röcke und Mäntel anbieten, die sich über die Diktate der Produktion hinwegsetzen, die im Rhythmus der Fashion Weeks und ständiger Modenschauen lebt. „Es ist ein giftiger Rhythmus, den Designern aufzuzwingen, vier oder fünf Kollektionen pro Jahr zu entwerfen. Die Fantasie und die Kreativität versiegen dabei viel zu schnell.“ Ganz zu schweigen davon, dass dieses Produktionstempo auch der Umwelt erheblich schadet und Kleidung je nach den Launen des Marktes zu Wegwerfartikeln macht. Es lebe also die Slow Fashion!
Diese Überzeugung haben die Schwestern in ein völlig neuartiges Geschäftsmodell umgesetzt. „Das ist übrigens gar nicht so einfach!“ Sie produzieren größtenteils auf Bestellung und nach Maß, um Überproduktion und die Verschwendung von Rohstoffen zu vermeiden. „Und wenn wir das Gefühl haben, dass dieses oder jenes Teil gut ankommen könnte, dann produzieren wir erst dann ein paar mehr davon.“ Ein Beispiel dafür ist dieser Trenchcoat, der mittlerweile zu einer Ikone des Kroon-02-Stils geworden ist und „so entworfen wurde, dass er sowohl von meinem Großvater als auch von unserer kleinen Cousine oder mir getragen werden kann“, erklärt Charlotte, die ihr Leben zwischen Luxemburg und Kopenhagen aufteilt.
In Dänemark schöpft die Jüngste neue Inspiration. Dort teilt sie sich ein Atelier mit anderen freischaffenden Kreativen. „Es ist eine Stadt, die den Bezug zur Natur nicht verloren hat. Eine avantgardistische, dynamische Hauptstadt, die aber dennoch ihren grundlegenden Werten treu bleibt. Ich gewinne dort viel an Reife. “ Kopenhagen ist eine neue Etappe für die junge Frau, deren Mode- und Designstudium sie bereits an das Instituto Marangoni in London geführt hat, wo sie von einem Mailänder Modegeschäft entdeckt wurde und anschließend einen Masterstudiengang in Florenz absolvierte. Ein Werdegang, der es ihr 2017, als sie noch Studentin war, ermöglichte, eine erste Kollektion in … Mumbai zu präsentieren, „von Kopf bis Fuß“ (also Kleidung, Schuhe und Schmuck der Marke Kroon). Hinzu kommen verschiedene Erfahrungen bei großen Modehäusern – und schon hat man den ernsthaften Teil von Charlotte, der hinter dieser entschieden stilvollen und unkomplizierten Marke steht.
Auch Laurene hatte schon immer ein Gespür für Mode. Ein Abschluss in Fashion- und Luxusmanagement sowie ein Praktikum bei Louis Vuitton in Düsseldorf zeugen davon. Ein anschließender Masterstudiengang in Unternehmertum und Innovation führte sie in die Welt der luxemburgischen Start-ups. „Manche sind der Beweis dafür, dass auch kleine Strukturen große Erfolge erzielen können. Es ist eine Frage der Flexibilität.“ Gemeinsam haben die Schwestern daher „ganz selbstverständlich vereinbart“, dass sie die geschäftliche treibende Kraft der beiden sein wird, um die Markteinführung von Kroon sicherzustellen. Fotoshootings, soziale Netzwerke und Events sorgen so dafür, dass der Familienname und vor allem der schlichte Chic der von Charlotte entworfenen Kleidungsstücke für Aufsehen sorgen. Wie zum Beispiel dieses weitere emblematische Stück, das ihren Stil verkörpert: ein Bustier mit handbemaltem Oberteil, das an die Blütenkrone einer hübschen Feldblume erinnert. Sicherlich eine Herbstzeitlose, der sie im Land ihrer Kindheit begegnet sind.