Der neue Reiseführer für Autofahrer und Wanderer, herausgegeben vom Guy-Binsfeld-Verlag, ist soeben erschienen (45 Euro). Die letzte Ausgabe, die 2017 erschien, verkaufte sich über 28.000 Mal, was eine beachtliche Zahl ist. Sie profitierte von der Corona-Pandemie: Die Verkaufszahlen waren während des Lockdowns in die Höhe geschnellt, da sich in dieser Zeit viele Spaziergänger neu entdeckt hatten.
Da die vorherige Ausgabe bereits seit drei Jahren vergriffen war, ließ die neue Ausgabe lange auf sich warten. Doch die Wartezeit hat sich gelohnt, denn sie wurde umfassend überarbeitet. Die Generaldirektion für Tourismus (Wirtschaftsministerium) hat tatsächlich alle Wanderrouten des Landes überprüft, um sicherzustellen, dass sie den europäischen Kriterien entsprechen. Etwa fünfzig Routen wurden gestrichen, ebenso viele sind neu hinzugekommen, und bei vielen anderen wurden Änderungen an der Streckenführung vorgenommen. Kurz gesagt: Für den Verlag musste alles von Grund auf neu erstellt werden, einschließlich der Texte, Karten und Fotos.
Besonders bemerkenswert ist die große Vorfreude, die sich um diesen Ordner aufgebaut hat. „Der Ratgeber ist ein echtes Phänomen in der Verlagsbranche. Wir hatten eine große Anzahl von Anfragen, die Kunden fragten immer häufiger danach“, berichtet Paul Ernster, Verwaltungs- und Finanzleiter der gleichnamigen Buchhandlungen. Auch beim Verlag musste man zahlreiche E-Mails und Anrufe von Spaziergängern beantworten, die ihre Ungeduld zum Ausdruck brachten.
Denn Wandern verbindet, und dieser Wanderführer, der in Luxemburg das A und O darstellt, ist ein Symbol. Seit er vor einer Woche in die Regale kam, strömen die Käufer wieder herbei: „Die Verkäufe sind in allen unseren Filialen sehr gut angelaufen, und auch auf unserer Online-Verkaufsplattform verzeichnet er hervorragende Ergebnisse“, versichert Paul Ernster. Auch Marie Mathieu, die die Konzeption des Wanderführers geleitet hat, stellt sehr erfreuliche Verkaufszahlen im Online-Shop fest.
Der Reiseführer ist mittlerweile auch zum Namen einer Facebook-Gruppe geworden (Autopédestre Lëtzebuerg). Die Gruppe wurde kurz nach Erscheinen des Vorgängers im Jahr 2017 von der begeisterten Wanderin Gaby Huberty-Fautsch gegründet und zählt heute 21.600 Mitglieder, die dort ihre Erfahrungen, Fotos und Anmerkungen austauschen. Der Verlag nimmt daran keinen Anstoß und freut sich sogar über die Lebendigkeit dieser Seite, auf der jeden Tag neue Beiträge erscheinen. „Ich habe noch nie so viel Wohlwollen in den sozialen Netzwerken gesehen! Alle sind nett, niemand beleidigt sich gegenseitig. Wahrscheinlich, weil der Kontakt mit der Natur glücklich macht und uns beruhigt. Wandern ist Humanismus“, lächelt Marie Mathieu. Sie hatte die Moderatorin übrigens zur Pressekonferenz eingeladen, auf der die Veröffentlichung des Reiseführers angekündigt wurde.
Ein Beispiel für diese Herzlichkeit sind die ersten Reaktionen auf den Wanderführer auf der Facebook-Seite, die durchweg positiv ausfallen. Dabei wissen diese Menschen sehr wohl, wie man Wander-Apps nutzt. Theoretisch brauchen sie den blauen Ordner gar nicht, aber sie kaufen ihn trotzdem, sind zufrieden damit und lassen es auch wissen. Für sie steht der Gegenstand für etwas, das über ihn hinausgeht. Er ist der Schlüssel zu einer besinnlichen Gemeinschaft, die sich während einer Wanderung die Zeit nimmt, ihre Umgebung zu entdecken – zwischen Gelassenheit und Staunen. Das Wandern ist kein Freizeitvergnügen, sondern ein Luxus.
Der Autor dieses Artikels hat an der Erstellung des Wander- und Radführers mitgewirkt