Das Jahr 2025 fängt gut an. Auch dieses Jahr haben wir die Feiertage zum Jahresende überstanden. Und vor allem die schlimmste Tortur, die sich alle Familien auferlegen, die über die Feiertage mit dem Auto verreisen: den Weihnachtskoffer. Die Autokrise liegt hinter uns – zumindest für etwa ein Jahr. Zwar vielleicht nicht auf industrieller Ebene, aber auf familiärer Ebene ist das schon mal etwas.
Das größte Wunder am Schlitten des Weihnachtsmanns ist nicht, dass er von fliegenden Rentieren gezogen wird, sondern dass die Geschenke aller Kinder darin Platz finden. Das Kofferpacken, besonders in dieser Zeit, ist einer der entscheidenden Momente in einer Beziehung – ebenso wie die Erziehung der Kinder, die Entscheidung, was man heute Abend im Fernsehen anschaut, oder das Sonntagsessen bei der Schwiegerfamilie. Wenn einer es nicht schafft, alles unterzubringen, liegt das zweifellos daran, dass der andere schlecht gepackt hat, das falsche Auto gewählt hat oder auf die seltsame Idee gekommen ist, im Winter Pullover einzupacken. Diese Übung erinnert Menschen meiner Generation an das Videospiel Tetris. Für junge Leute, die in sozialen Netzwerken zu Hause sind, erinnert es eher an die Cluttercore-Ästhetik, einen der aktuellen Einrichtungstrends, bei dem sehr unterschiedliche Elemente bis zum Übermaß angehäuft werden, um einen Raum vollständig zu füllen und ihn mit Gegenständen zu überladen, die wie ein buntes Puzzle angeordnet sind.
Die kleinen Aufräumherausforderungen des Alltags bieten oft Gelegenheit, die unterschiedlichen Herangehensweisen miteinander zu vergleichen. Sind Sie jemand, der den Geschirrspüler bis zum Rand füllt, oder jemand, der Wert auf eine optimale Spülleistung legt, auch wenn das bedeutet, dass manchmal Lücken zwischen den Suppentellern bleiben? Sind Sie ein Fan von Einkäufen in Kisten, die sich mühelos stapeln lassen, oder eher von Einkaufstüten, die sich leichter tragen lassen?Müssen Socken am unteren Rand des Wäscheständers ordentlich aufgereiht sein oder lieber hier und da verteilt, um die Lücken zu füllen? Was die Weihnachtskiste angeht, muss man jedes Jahr neue Strategien entwickeln, je nach den aktuellen Geschenken – vor allem, wenn man zu einer großen Familie gehört, die dem Charme des Wichtelns noch nicht erlegen ist.
Wenn Sie beispielsweise eine Heißluftfritteuse, einen Elektroroller, eine Playmobil-Burg und ein zwölfteiliges Kristallgläserset transportieren müssen, sollten Sie darauf achten, die großen Gegenstände unter den zerbrechlichen und die weichen zwischen den harten zu verteilen, wobei Sie gleichzeitig Platz für das übliche Gepäck lassen müssen, das durch das winterliche Wetter nicht gerade leichter wird. Eine zusätzliche Herausforderung: Die Kinder dürfen die Geschenke natürlich nicht sehen, die erst drei Tage später ausgepackt werden. Kurz gesagt: Wenn Sie dann auch noch zum Skifahren fahren, ist es schwer, mit weniger Gepäck zu reisen als der Parkplatz am Knuedler an einem Dezemberwochenende.
Auch wenn das Aussehen einen Vorgeschmack auf das Ergebnis gibt, lässt sich das Ausmaß des Erfolgs oder des Desasters erst wirklich am Klang messen. Das unheilvolle Knacken von Kunststoff, wenn man die Heckklappe kräftig zuschlägt, versetzt dem Selbstwertgefühl ebenso einen fatalen Schlag wie der Unversehrtheit der Ladung. Das dumpfe Krachen beim ersten abrupten Bremsmanöver, verursacht durch herabfallende, schlecht gesicherte Gegenstände, bietet kaum eine erfreulichere Alternative. Es hat keinen Sinn, das Ausmaß des Schadens über den Rückspiegel abzuschätzen, das gehört zu den Freuden, die einem bei der Ankunft vorbehalten sind, wenn man nach sechs Stunden Fahrt bei strömendem Regen den Kofferraum öffnet und dabei ein oder zwei weitere Kartons auf den Asphalt fallen.
Sobald man sich auf den Weg in den Urlaub macht, denkt man nicht mehr so sehr an sich selbst als an die Fahrzeuge um uns herum und spürt dabei den ganzen Sinn des Sartreschen Aphorismus, wonach „die Hölle die anderen sind“. Zwar steht dies am Bettembourger Kreuz, an den Mautstellen, auf dem Brüsseler Ring oder am Eingang der Alpentunnel außer Frage, doch kann man in diesem Fall feststellen, dass es eben auch diese „anderen“ sind, sind, die diese Hölle erträglicher machen. So überholt man auf der Autobahn immer diejenigen, die noch schlechter fahren als man selbst. Diejenigen, die ihre Kulturbeutel im Handschuhfach oder ihre Koffer auf den Knien der Kinder verstaut haben, diejenigen, die mit einem Anhänger oder einem Dachkoffer beladen sind, und die legendären niederländischen Wohnmobile,&bei denen das Ladevolumen zweifellos jede Optimierung überflüssig macht, allerdings um den Preis eines kleinen Umzugs bei jeder Abfahrt. Nicht umsonst findet das Autofestival im Januar statt, zu dieser Jahreszeit, in der man bereit ist, seine ökologischen Ideale über Bord zu werfen und sich für ein umweltschädliches Fahrzeug zu entscheiden, das zwar schwer zu parken ist, dafür aber über ein imposantes Ladevolumen verfügt.
Am Morgen des 25. zitterten Sie vor Aufregung, als Sie entdeckten, was am Fuß des Weihnachtsbaums auf Sie wartete, und hofften, eine Uhr oder ein Spotify-Abo zu bekommen und kein Fahrrad oder keinen Sessel. Wir dachten uns, dass wir auf der Rückreise mit weniger Gepäck reisen würden, dass wir nichts mitbringen würden. Dabei haben wir jedoch nicht mit den Winterviren gerechnet, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Rückweg bei uns einnisten werden. Man muss ihnen zugestehen, dass sie kaum Platz wegnehmen und eher dazu führen würden, … Platz zu schaffen.