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Feuilleton 2 Min. Lesezeit

Lass uns einfach losziehen

zeitgenössische Kunst

Erschienen in Ausgabe Juli 2022
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Ein Diptychon und eine Serie von fünf Aquarellen in verschiedenen Gelbtönen. Es sind die einzigen Farbaquarelle der Serie „Schwarz-Aquarelle“, die die Galerie Nosbaum Reding unter dem Titel „Transparente Verdichtung“ präsentiert. Es ist die erste Einzelausstellung, die die Galerie dem deutschen Maler Joachim Bandau widmet.

Nur weil der Künstler heute 86 Jahre alt ist (er wurde 1936 in Köln geboren), bedeutet das noch lange nicht, dass er sich dieser leichtfüßigen Technik verschrieben hat, bei der er seine Gesten zurückhalten würde. Als Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf – ebenso wie Imi Knoebel, mit dessen minimalistischem Werk man sein Schaffen, falls nötig, vergleichen könnte – schuf er in den 1970er Jahren großformatige Werke aus Polyester und Glasfaser geschaffen, die an menschliche Bewegung und verschiedene stehende oder sitzende Körperhaltungen erinnern – 5 „Kabinenmöbel“, die 1977 in Kassel präsentiert wurden.

Doch Joachim Bandau wendet sich von der in den 1970er Jahren populären biomorphen Ausdrucksweise ab, und seine ersten durchscheinenden Kompositionen aus übereinanderliegenden schwarzen Schichten auf Aquarellpapier stammen aus dem Jahr 1983. Er wird fortan dem abstrakten Minimalismus treu bleiben, der bei genauerem Hinsehen die Leichtigkeit von Material und Blättern aufweist, die auf der groben Körnung des Arches-Papiers aufliegen. „Die Werke ähneln Filmstreifen oder Stoffmustern“, heißt es im Begleittext zu „Transparente Verdichtung“. Joachim Bandau schafft Kunst in Bewegung.

In der Galerie sind einige geometrische „ Kästen “ verstreut, die aus zwei miteinander verbundenen Volumen bestehen und mit dem Prinzip des Zusammenfügens und der Einbettung spielen. Die „Bunker“ sind Teil einer Arbeit, die Ende der 1970er Jahre begonnen wurde. Man kann sie mit Aquarellen vergleichen, bei denen nur die Ränder bearbeitet sind, ähnlich wie die Kanten der auf dem Boden liegenden Teile. Doch die Striche und Balken setzen die Leere der Opazität entgegen. Es handelt sich um die Abgrenzung eines Rechtecks auf dem Papier. An anderer Stelle scheinen sich dünne, übereinanderliegende Schichten, die schließlich ein undurchsichtiges Schwarz bilden, zu verschieben. Die Rechtecke entfliehen dem Rahmen, setzen sich fort, tanzen. Eine Bewegung, die ihren Höhepunkt in der Serie „Schwarz-Aquarelle (yellow)“ erreicht.

„Transparente Verdichtung“ – Joachim Bandau ist noch bis zum 17. September zu sehen. Galerie Nosbaum Reding, 4 rue Wiltheim in Luxemburg-Stadt. Geöffnet von Mittwoch bis Samstag von 11.00 bis 18.00 Uhr.