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Feuilleton 4 Min. Lesezeit

Die Ökologie – Stargast bei den Franco

Die Francofolies in Esch sind zurück – und mit ihnen eine Reihe von ökologischen Versprechen. Das Festival erfindet sich neu, um ein Erlebnis zu bieten, das mit dem Schutz unseres Planeten im Einklang steht.

Erschienen in Ausgabe Juni 2023
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Am vergangenen Wochenende erlebten Musikfans in Esch-sur-Alzette die luxemburgische Ausgabe der Francofolies. Diese dritte Ausgabe zog mehr als 25.000 Festivalbesucher an, gegenüber 15.000 im Vorjahr. Zugegebenermaßen versprachen die Headliner ein unvergessliches Erlebnis: DJ Snake, Orelsan, Angèle und viele andere mehr. Ein Höhepunkt, bei dem die Farben der Ökologie im Mittelpunkt der Feierlichkeiten standen. Es wurde alles getan, um die ökologischen Auswirkungen zu begrenzen und den Umweltschutz in den Vordergrund zu rücken. Eine echte Herausforderung, die gemeistert wurde, denn das Festival hat gerade zum ersten Mal in diesem Jahr das vom Umweltministerium verliehene „Green Events“-Label erhalten.

Die ökologischen Auswirkungen großer Musikfestivals stehen immer häufiger in der Kritik. Daher präsentieren sich die Francofolies als „umweltfreundlich“, angefangen bei den Künstlern, die dort auftreten. Viele von ihnen haben bereits ihr Interesse an ökologischen Themen bekundet, auch wenn dies manchmal einem gewissen Opportunismus geschuldet ist. Man erinnere sich daran, dass DJ Snake bereits am „Global Citizen Live“ teilgenommen hat, einer Veranstaltung, die darauf abzielt, auf die globale Erwärmung aufmerksam zu machen. Orelsan und Angèle wiederum lenken die Aufmerksamkeit ihrer Fangemeinde häufig über soziale Netzwerke oder in einigen ihrer Texte auf diese Themen.

In der grünen Oase des Parc du Gaalgebierg wurden viele Elemente der Stadtmöblierung und der Inszenierung aus recycelten oder wiederaufbereiteten Materialien hergestellt. Auch die Website der Francofolies wurde unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte konzipiert und programmiert, dank mehr als hundert „bewährter Praktiken“, die darauf abzielen, den Energiebedarf erheblich zu senken. Beispielsweise durch die Wahl eines schlichten Designs, den Verzicht auf nicht wesentliche Funktionen oder die genaue Ermittlung des Bedarfs.

Doch eine solche Veranstaltung mit so vielen Menschen kann auch Chaos bedeuten, vor allem was den Müll angeht. Es war jedoch an alles gedacht worden: Sowohl Gläser als auch Geschirr waren Pfandflaschen, von Plastikverpackungen fehlte jede Spur. Alle paar Meter standen Mülleimer, in denen man den Müll trennen konnte. Auf dem Boden gab es nichts zu bemerken, abgesehen vom grünen Gras des Parc du Gaalgebierg. Dieser liegt übrigens nur wenige Schritte vom Bahnhof Esch-sur-Alzette entfernt, was praktisch für das Festival ist, das die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und sanfter Mobilität für die Anreise fördert. Außerdem gab es Shuttlebusse, Fahrradabstellplätze sowie Werbung für Zugfahrten und Fahrgemeinschaften. Ein Großteil der Anwesenden zog diese Fortbewegungsmittel dem Auto vor, auch wenn zahlreiche Pannen gemeldet wurden, darunter das Fehlen von Direktverbindungen mit dem Zug in die Hauptstadt oder nach Frankreich sowie Probleme bei den Anschlüssen zu Bussen und Shuttlebussen.

Zwischen den Bühnen, Bars und Imbissständen gab es weitere kleine Stände, an denen Workshops angeboten wurden, um das Bewusstsein zu schärfen und sich über ökologische Themen auszutauschen. Darunter MèGO! und Shime, ein französisches und ein luxemburgisches Unternehmen, die gemeinsam gegen die durch Zigarettenkippen verursachte Umweltverschmutzung vorgehen. Sie richten beispielsweise in Zusammenarbeit mit Städten oder Festivals Sammelstellen für Zigarettenkippen ein, um diese zu recyceln und daraus Materialien für Möbel herzustellen. Es gab weitere Initiativen wie „Rethink Your Clothes“, die über die Auswirkungen der Textilindustrie informiert. Oder auch Workshops, in denen man lernen konnte, wie man Verschlusskappen recycelt, um daraus Gegenstände wie Taschenaschenbecher herzustellen.

Es ist zu beachten, dass solche Veranstaltungen trotz aller Bemühungen immer Auswirkungen auf die Umwelt haben werden. Sei es in energetischer Hinsicht durch die Beleuchtung der Bühnen oder deren Aufbau. Oder auch die Verkehrsmittel, mit denen Künstler und Festivalbesucher anreisen – diese machen in der Regel bis zu 90 Prozent der Emissionen einer solchen Veranstaltung aus. Nicht zu vergessen ist auch die teilweise Beeinträchtigung der Böden, auf denen die temporären Infrastrukturen errichtet wurden. So viele Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Ort zu versammeln, wird immer Auswirkungen haben, auch wenn diese begrenzt sind.

Was die Festivalbesucher betrifft, so ist die Resonanz auf alle ökologischen Aspekte dieser Francofolies positiv, alle sind insgesamt sehr begeistert. Keine der ergriffenen Maßnahmen hat die Festivalbesucher besonders gestört. Einige berichten davon, wie zum Beispiel Ines, die aus Thionville gekommen ist: „Es ist doch unglaublich, ein so fantastisches Event genießen zu können und dabei Bio- und regionale Produkte zu essen.“ Die Auftritte aller Künstler haben die Festivalbesucher den ganzen Abend über zum Tanzen, Singen und sogar Jubeln gebracht, sodass das Festival höchstwahrscheinlich im nächsten Jahr wieder stattfinden und noch mehr Eindruck hinterlassen wird.