On the road again! Bald kehren wir in der Philharmonie zu den guten alten Gewohnheiten zurück – mit dem Start einer neuen Konzertsaison, die Tradition und Innovation gleichermaßen in den Vordergrund rückt, alte und moderne Repertoires, bewährte Größen und aufstrebende Talente sowie einheimische Ensembles und Gruppen aus dem Ausland.
Was die Tradition betrifft, ist anzumerken, dass das Orchestre Philharmonique du Luxembourg, das älteste noch aktive Orchester Luxemburgs, in dieser Saison stolz sein 90-jähriges Jubiläum feiert, während im nächsten Jahr die Solistes Européens, Luxemburg, das andere Vorzeigeorchester des großherzoglichen Musiklebens, ihr 25-jähriges Jubiläum feiern werden. Das OPL (unter Gimeno, seinem ständigen Dirigenten, aber auch unter Equilbey, Hager, Karabits, Popelka, Saraste, Sokhiev und Ward) und die SEL (unter der Leitung von Christoph König) werden sich wie gewohnt großzügig und mutig zeigen und dank Programmen, die aus der Versenkung geholt wurden, Hauptwege und Nebenwege miteinander verbinden.
Was Innovationen angeht, ist zu erwähnen, dass das Festival für zeitgenössische Musik „Rainy Days“, dessen „ operativer Arm “ das Ensemble „United Instruments of Lucilin“ ist (das eine eigene Konzertreihe präsentiert), mit der Komponistin Catherine Kontz eine neue Leiterin erhält. Von der Innovation zum kreativen Schaffen ist es nur ein kleiner Schritt, was beispielsweise die Uraufführung des Violinkonzerts unseres Landsmannes Georges Lentz verdeutlicht. Unter den Komponisten wird – anlässlich seines hundertsten Geburtstags –
György Ligeti ein besonderer Platz eingeräumt, der sowohl als Klassiker der Moderne als auch als einer der beliebtesten Komponisten des letzten Jahrhunderts gilt.
Keine Epoche des Repertoires – Barock, Klassik, Romantik, Moderne – und kein Bereich – Sinfonie, Kammermusik, Solisten, Oper, Volksmusik, Jazz – wird außer Acht gelassen. Nicht zu vergessen einige Entdeckungen oder Überraschungen, wo man sie am wenigsten erwartet. Was die Kinder betrifft, so werden sie in diesem Jahr von der Bildungsabteilung besonders verwöhnt, die für sie ein äußerst umfangreiches und abwechslungsreiches Programmangebot zusammengestellt hat, das auf bestimmte Altersgruppen zugeschnitten ist.
Man muss feststellen, dass im Gesamtüberblick über die neue Saison das Klavier mit einem Dutzend hochkarätiger Interpreten den Löwenanteil einnehmen wird. Angefangen bei der außergewöhnlichen Pianistin Hélène Grimaud, die insgesamt viermal in der Philharmonie als „Residenzkünstlerin“ auftreten wird. Man sollte die neue Saison jedoch nicht allein auf das angekündigte und mit Spannung erwartete Wiedersehen mit der Künstlerin reduzieren, die sich selbst gerne als „Renaissance-Frau“ bezeichnet.
Der große Konzertsaal und der Kammermusiksaal werden nämlich Schauplätze zahlreicher Aufführungen sein, bei denen die großen Meister des „Orchesters mit 88 Tasten“ (Aimard, Buchbinder, Kissin, Mustonen, Pires, Pletnev, Sokolov, Uchida) die Gelegenheit haben werden, sich mit ihren jüngeren Kollegen (Dovgan, Lahiry, Lisiecki, Malofeev, Melnikov, Moog, Rana, Trifonov, Wollny, Zhan) und dem einen oder anderen neuen Gesicht zu begegnen. Ebenfalls mit von der Partie sind die unerschrockenen Virtuosen aus unseren Reihen: Laurence Koch, Cathy Krier und Jean Muller. Erwähnenswert sind auf der Seite der Organisten zudem ein Konzert „unseres“ Maurice Clement sowie der Auftritt des jungen Wunderkinds Sebastian Hendl, der ein „Pop-Barock“-Konzert geben wird.
Die Violine wird ihrerseits durch so renommierte Namen wie Capuçon, Faust, Jansen, Kavakos, Mutter, Steinbacher und Zimmermann vertreten ; das Cello durch Sol Gabetta und Jean-Guihen Queyras ; die Streichkammerensembles durch die Quartette Brentano, Diotima, Ébène, Haas und Kreisler sowie durch die Trios Louvigny und Schengen.
Was die Orchester und ihre Dirigenten betrifft, steht das Programm den internationalen Hochburgen in nichts nach: Petrenko und das Berliner Orchester, Harding und das Wiener Orchester, Muti und das Chicagoer Orchester, Nézet-Séguin und das Philadelphia, Rattle und das London Symphony Orchestra, Nelsons und das Gewandhausorchester, Christie und Les Arts Florissants, Herreweghe und das Collegium Vocale Gent, Chailly und die Filarmonica della Scala, Gardiner und die English Baroque Soloists, und viele mehr… Besondere Erwähnung verdient der Auftritt des unklassifizierbaren und unbeschreiblichen Max Raabe mit seinem wunderbaren Palast-Orchester, ebenso wie – in anderen Genres – der Auftritt zweier lebender Legenden: der eine an der Gitarre (Gilberto Gil), der andere an der Trompete (Wynton Marsalis).
Schließlich wäre dieser Überblick über die kommende Saison unvollständig, ohne auf den Opernbereich einzugehen, der mit den Auftritten der Mezzosopranistinnen Joyce DiDonato in Purcells „Dido und Aeneas“, Magdalena Kozena in einem Debussy-Messiaen-Liederabend sowie – last but not least – in Begleitung des Orchesters „Les Musiciens du Prince“, das der Opéra de Monte-Carlo angegliedert ist, die Diva assoluta, Cecilia Bartoli in Händels „Julius Cäsar in Ägypten“ (Konzertfassung). Das Grand Théâtre hingegen wird seine Bühne für zwei bedeutende internationale Opern-Koproduktionen zur Verfügung stellen: Mozarts „La clemenza di Tito“ und Verdis „Falstaff“.