Mit Meri Toivanen und Simon Demeuter scheint sich zu bestätigen, dass junge Künstler, Malerei und figurative Kunst eine bevorzugte Ausrichtung der jungen Galerie Reuter Bausch zu sein, auch wenn die Fotografien von Baptiste Rabichon nicht weit davon entfernt sind (siehe „d’Land“ vom 4. März 2022). Kurz vor dieser neuen Ausstellung hat Julie Reuter, der es nicht an Mut mangelt, mit einer unerwarteten Ausstellung des luxemburgischen Malers Gust Graas (1924–2020) einen Schritt zur Seite gewagt. Sie zeigte die allerersten Arbeiten aus den 1960er Jahren, Porträts, die überhaupt nicht den großen Gemälden ähneln, die in den 1970er- und 1980er-Jahren die Wände von Krankenhäusern und Arztpraxen übersäten. Man konnte auch sehen, dass der alte Mann zu Beginn der 2000er Jahre noch immer über die Kraft eines Koloristen und eine ungebrochene Lebensfreude verfügte.
Doch vom 5. Mai bis zum 4. Juni steht die Jugend im Mittelpunkt – mit den äußerst ausdrucksstarken und farbenfrohen Gemälden von Simon Demeuter (31 Jahre alt, Absolvent von La Cambre) und den eher in Halbtönen gehaltenen und introspektiven Werken von Meri Toivanen (26 Jahre alt, finnischer Staatsangehörigkeit, Absolventin der Royal Academy of Fine Arts Antwerp, wo sie lebt und arbeitet). Julie Reuter reist umher, besucht Ateliers und bekräftigt ihre Favoriten mit einer Auswahl für ihr zukünftiges „ Team “.
Die Galerie scheut sich nicht, Künstler zu zeigen, die in Luxemburg völlig unbekannt sind und zudem keiner Kategorie zuzuordnen sind, die man als „im Trend“ bezeichnen könnte. Natürlich nehmen die Gemälde von Simon Demeuter den vorderen Bereich der Galerie ein – man möchte fast sagen: im Rampenlicht, so farbenfroh sind sie, doch es war der hintere Bereich (war die Galerie nicht einst ein Café?) und das Werk von Meri Toivanen, das uns als Erstes in den Bann gezogen hat. Vielleicht wegen der Helligkeit der Gemälde, die an jene Orte erinnert, an denen man bis spät in die Nacht verweilt, auch wenn man dort nicht mehr rauchen darf, und an denen das grünliche Licht, das man bei der Malerin wiederfindet, nur noch den Geruch von Tabak heraufbeschwört.
In den Motiven, die Meri Toivanen darstellt, geht es um Spiele, bei denen die Partner gegeneinander antreten und sich herausfordern, sei es in einem Boxring, am Billardtisch oder am Backgammon-Tisch. Es handelt sich um Gesellschaftsspiele, bei denen man gewinnt und verliert, also gegeneinander antritt – nicht immer fair und an Orten, die auch nicht immer ganz sauber sind. Ein merkwürdiger Ansatz, denkt man sich bei einer so jungen Künstlerin, die hier jedoch eine malerische Übung vollzieht, die nicht düster wirkt, sondern sich gewissermaßen in den Hintergrund zurückzieht – es handelt sich um Ölgemälde auf Leinwand –, bei der der zentrale Teil die Geometrie der flächigen Spielfläche bildet, umhüllt von einem Licht der späten Nacht, so wie diese Art von Volksduellen zusammen mit den traditionellen Cafés im Verschwinden begriffen ist.
Ein krasser Gegensatz dazu bildet der Rodeo-Cowboy von Simon Demeuter, den man auf drei großformatigen Bildern von vorne, von hinten und im Profil in seinem bunten und glitzernden Kostüm sieht. Die Technik – Acryl und Ölstift auf Leinwand – verleiht dem Ganzen eine Rauheit, die die Muster der Hemden geradezu schimmern lässt. Was die Frage angeht, warum das andere ausgestellte Motiv ein brennendes Haus ist – man sieht das Feuer durch dasselbe Fenster, dessen Motiv identisch, jedoch in unterschiedlichen Farbtönen gestaltet und viermal wiederholt ist –, so verrät es der Titel der Ausstellung: „Love is Burning Thing“.
Die Ausstellung „Love is Burning Thing“ ist
bis zum 4. Juni in der Galerie Reuter Bausch zu sehen. 14, Rue Notre-Dame in Luxemburg