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Bildende Kunst 3 Min. Lesezeit

Max Renkel, der Bildzauberer

Großraum

Erschienen in Ausgabe April 2023
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Nach den Fotografien von Olivier Christinat setzt die Galerie Vis-à-vis ihre Pionierarbeit fort und lädt Max Renkel ein, einen deutschen Künstler, der sich in den letzten Jahrzehnten in der römischen Kunstszene etabliert hat, nachdem er die Kunsthochschule in Hamburg absolviert hatte. Max Renkel wurde 1966 in München geboren und ist Kunsthandwerker, Maler und Bildhauer; seit 1988 hat er an rund sechzig Ausstellungen in Europa und den Vereinigten Staaten teilgenommen. Nur etwa fünfzehn Gemälde und zwei wunderschöne Skulpturen aus seinem jüngsten Schaffen (2023) haben den Weg nach Metz zur Ausstellung „Laconics Icons“ gefunden.

Es ist immer schwierig, das zu benennen, was man wahrnimmt, wenn es sich auf nichts bezieht, was man kennt; es fehlen die Worte, um das zu beschreiben, was die Bilder mit solcher Leichtigkeit und unbeschreiblicher Feinheit zum Ausdruck bringen. Dies gilt insbesondere für Renkel, dessen seltsame, stets unbetitelte Gemälde immer in einem unbestimmten Bereich zwischen Figuration und Abstraktion zu schweben scheinen. Auch wenn man nicht genau sagen kann, was dargestellt ist, lassen sie sich doch immer mit Dingen in Verbindung bringen, die in der Kunstgeschichte festgehalten wurden. Vor diesen wässrigen oder pflanzlichen Formen, mit denen der Rundgang beginnt, denkt man in der Tat an die „Découpages“ von Matisse. Doch im Gegensatz zum Franzosen verlieren die Farben bei Renkel ihre Leuchtkraft und nehmen eine allgemeine Strenge an: Es dominieren dunkle Töne (Grau, Schwarz, Beige), mit Ausnahme des Schwarz-Weiß-Musters des vertikalen kleinen Bildes, das den Betrachter am Eingang empfängt.

Am Ende des Ganges befindet sich die Nische, die üblicherweise den bemerkenswertesten Exponaten der Ausstellung vorbehalten ist. So verhält es sich auch mit diesem Gemälde, das größer ist als die vorherigen und sich durch seine zarte rote Linie auszeichnet, die zweifellos mit einer Airbrush-Pistole aufgebracht wurde und sich über einen einfarbigen beigen Hintergrund schlängelt, eine launische Diagonale skizzierend, wie alles, was dem Zufall unterworfen ist. Ein ähnlicher Ansatz prägt auch andere Gemälde, bei denen die Acrylfarbe mit einem Strohhalm aufgesprüht wird, diesmal jedoch unter Rückgriff auf dunkle Farbtöne (Grau, Schwarz), die jeglichen Kontrasteffekt mindern. Diese Gemäldeserie wird zu beiden Seiten von zwei prächtigen Skulpturen eingerahmt. Die eine, schwarz und aus Holz, ist in der Mitte fein gespalten – ein Totem, das das Geheimnis des deutschen Künstlers zu bergen scheint. Eine weitere wundervolle Skulptur, die einzige, die einen Titel trägt (uki, 2023): ein Kopf mit sanften, perfekt symmetrischen Zügen, gefertigt aus Kunstharz und rosa Steinpulver.

Im nächsten Raum zeigen sich weitere Facetten des Schaffens von Max Renkel, das ganz eindeutig vom plastischen Potenzial der Materialien geprägt ist. Zu den Kuriositäten, auf die man dabei stößt, gehören kleine Radierungen mit unklarem Motiv, die auf Seidenpapier aufgebracht sind: eine Technik, die gelinde gesagt selten, um nicht zu sagen virtuos ist, wenn man bedenkt, dass die Lithografie üblicherweise dickes Papier erfordert, um mehrere Druckschichten übereinanderlegen zu können. Weiter hinten setzen sich mehrere Acrylgemälde mit den Stereotypen auseinander, die mit dem weiblichen Körper verbunden sind; Renkel dekonstruiert diese, indem er ihn synthetisiert oder übermäßig fragmentiert. Man erkennt darin eine laszive Haltung auf dem Rücken, während sich die anderen Leinwände mit dunklen organischen Formen füllen, die von weißen Akzenten unterbrochen werden. Eine weitere Kuriosität schließlich: diese erneut nicht identifizierbare Figur, deren Räumlichkeit die Künstlerin zum ersten Mal durch die Hervorhebung der Schattenbereiche betont; Das Objekt, das die Pinselspuren sichtbar macht, ist umso erstaunlicher, als es aus jedem narrativen Kontext isoliert ist und eine rosa-beige Farbe aufweist, die auffällt und das Geheimnis um es herum aufrechterhält. Max Renkel ist ein Zauberer: Seine Malerei entzieht sich sowohl der Sprache als auch den Kategorien der Kunst.

Ausstellung „Laconics Icons“,
bis zum 2. Mai, 18 B rue aux Ours, Metz