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Bildende Kunst 4 Min. Lesezeit

Kontraste

Vom Minimalismus von Eric Schumacher bis zum Sensualismus von Krystyna Dul

Erschienen in Ausgabe Dezember 2025
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In Dudelange ist es üblich, zwei parallele Ausstellungen zu veranstalten, eine im Centre d’art Dominique-Lang und die andere im Nei Liicht. Zwei gemeinsame Ausstellungen, die sich jedoch in fast jeder Hinsicht stark voneinander unterscheiden – vielleicht mehr denn je zum Jahresende und bis zum kommenden 25. Januar. Nichts gemeinsam, weder im Ansatz, im Thema und in der ästhetischen Absicht, noch in der Herangehensweise, den Mitteln oder der Technik – Fotografien auf der einen Seite, Objekte und Skulpturen auf der anderen. Es wäre daher vergeblich, sie um jeden Preis einander annähern zu wollen; sie bereits in einem einzigen Artikel zusammenzufassen, grenzt schon an eine Herausforderung.

Eric Schumacher gegen Krystyna Dul? Nein, man sollte sie nacheinander betrachten, in ihrer Eigenständigkeit, und sich mit ihren Erfahrungen und ihrer Auseinandersetzung mit der Welt und der Kunst auseinandersetzen. Im Fall von Eric Schumacher mit der Erinnerung an seine früheren Ausstellungen, seine Installationen und deren Verspieltheit, die ihm den Preis „Arts et Lettres“ eingebracht hatten. So findet man erneut das Bestreben, unsere Umgebung zu hinterfragen, das sich jedoch auf ein Maximum an Formen und Farben beschränkt. Ein monochromes Universum, das sich im Großen und Ganzen mit einer strengen Geometrie begnügt, die sich mehr oder weniger auf Rastermotive beschränkt.

Das Bild drängt sich auf diese Weise geradezu auf, zumal der Titel der Ausstellung, „Driveway Gate Inspiration“, die Idee einer Barriere, einer Umzäunung aufgreift. Damit wird gleichzeitig sowohl Abschottung – also Zugangsverbot – als auch Schutz zum Ausdruck gebracht. Man weiß, dass dies in der heutigen Architektur und Stadtplanung gang und gäbe geworden ist. Und so präsentieren sich diese Werke – mit Acrylharz und Silikon beschichtete Polystyrolplatten –, die den Anschein von Gemälden annehmen: mal sind sie wie eine Schachtel geöffnet, mal auf dem Boden aufgestellt und zu Paravents oder Werbetafeln vergrößert.

Es ist Aufgabe unserer Reflexion oder unserer Vorstellungskraft, die poetischen und kritischen Impulse in Einklang zu bringen, um anderswohin, weiter hinauszugehen. An Metallrohren befestigt, haben diese Gitter einen unbestreitbar dekorativen Charakter, erinnern aber auch an Heizungsabdeckungen, und man ist nicht minder versucht, sie für an den Fassaden befestigte Elemente zu halten. Es ist weniger scherzhaft als das, woran uns Eric Schumacher gewöhnt hatte, doch die Ironie ist dennoch vorhanden, insbesondere durch die darauf geklebten Schneckenhäuser – seltene und armselige Spuren eines Lebens, das vergangen oder gar nicht da war, könnte man sagen.

„You & I Are Earth“ lautet der Titel der Ausstellung von Krystyna Dul, und in einem begleitenden Text zitiert Fanny Weinquin Merleau-Ponty, der den Körper als Ort unserer Zugehörigkeit zur Welt bezeichnet. Im Erdgeschoss des Centre d’art Dominique-Lang ist er in einer Reihe von Selbstporträts natürlich deutlich präsent, regungslos, wie versteinert, und trägt auf dem Kopf, auf den Schultern und weiter unten alle möglichen Kleidungsstücke ; bunt und vielgestaltig – und gerade dadurch werden sie zu einer Last, wenn auch einer bunten, und er selbst wirkt fast lebendig, obwohl seine Haltung streng ist, er frontal posiert und seinen Blick starr richtet. Wir erfahren, dass Krystyna Dul in einer Familie aufgewachsen ist, in der die Kinder sich die Kleidung weitergaben; hier häufen sie sich an, werden vorübergehend schwer zu tragen, jenseits des Identitätswechsels. Die Künstlerin hat daraus ein ambivalentes Spiel gemacht und konfrontiert uns mit diesen Bildern, die eine gewisse Sinnlichkeit ausstrahlen, sowie mit einer Feierlichkeit, in der die Klamotten fast wie ein Heiligenschein oder eine Glorie wirken.

Im Obergeschoss steigert sich die Emotion und nimmt eine ganz andere Dimension an – mit der Serie „Becoming“, Fotos, auf denen die Mutterschaft das Paar bereichert hat und das Leben nun in einer intensiven Inszenierung eingefangen wird, in der sich Blut und Milch miteinander verflechten. Die Fotos von Krystyna Dul zeichnen sich nicht nur durch ihre Sinnlichkeit und Feierlichkeit aus, sondern vermitteln auch auf ganz besondere Weise Intimität – sei es in Bezug auf den Menschen selbst oder auf einfache Dinge wie beispielsweise Früchte. Ihre größte Wirkung ist eine Art Verbundenheit, die ganz natürlich entsteht.