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Bildende Kunst 5 Min. Lesezeit

In Sträußen

In Erwartung des Frühlings lädt uns die Galerie Valerius dazu ein, so viele Blumen zu sehen, wie es bildliche Darstellungen davon gibt

Erschienen in Ausgabe Februar 2025
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Blumen, nichts als Blumen. Es gibt sie in allen möglichen Varianten. In der Galerie Valerius sind nicht nur die verschiedenen botanischen Arten zu sehen, sondern auch der ebenso vielfältige Ausdruck der Künstler, die sich dieser farbenfrohen Idee angeschlossen haben (einige Werke wurden eigens für diesen Anlass geschaffen), um den traurigsten Monat des Jahres, den Januar, aufzuhellen (und vor dem Februar sollte man sich in Acht nehmen). Es sind 23.

Eine Wand in leuchtendem Gelb – das ist das genaue Gegenteil des wetterbedingten Grau-in-Grau. Sonnig oder von Pollen bedeckt, wie man es auch immer sehen mag. „Ganz einfach“, werden manche sagen! Ja, es gibt Zeichnungen, die „fast“ so aussehen, als hätten Kinder sie gemalt. Fast… Sie stammen von Martin Paaskeesen (Salt of the Earth (1), (2), (3)). Doch an der gelben Wand, die wir als „kollektive Wand“ bezeichnen wollen und die aus kleinen Gruppen von Motiven besteht, zeigt sich Paaskeesens Kunst, den Untergrund (die rohe, ungebleichte Leinwand) zu bearbeiten, sowie seine Fähigkeit, eine Situation mit wenigen Strichen und humorvoll zusammenzufassen: Die Vase ist eine mit wenigen weißen Strichen gezeichnete Dose, aus der nur grüne Stiele ohne Blütenblätter herausragen, das Ganze ergänzt durch einen orangefarbenen, luftleeren (als extrem hart geltenden) Basketball.

Vier Grundformen. Wir machen mit einer ähnlichen Übung weiter. Henry Chapman gestaltet den Blütenkopf wie die Flügel einer Windkraftanlage. Man könnte fast meinen, sie würden sich um vier Wörter (hier die Farben des Gemäldes) drehen. „Brown, white violet green“ (Acryl und Tinte auf Leinwand) ist in Richtung der Windrose zu lesen. Auch der Titel der Ausstellung „She loves me not“ ist von Chapman entlehnt. Oder „ loves she me not ? “ oder „ not she loves me ? “ Es ist ein abstraktes Gedicht, genau wie seine Malerei.

Jeder Künstler hat seinen ganz eigenen Ausdruck, doch um den Zugang zu dieser fröhlichen Stilmischung zu erleichtern, lassen sich die Bilder in Kategorien einteilen. Unter den „Naiven“ möchten wir Viki Berg und ihre aus Acryl gewebten Blumen als Beispiel für einen Teppich mit Blumenmuster nennen. Doch schon gleiten wir in eine andere Kategorie ab: die Bildhauerei. Die Künstlerin präsentiert eine 3D-Blume. Es ist schon ironisch, dass dieser synthetische Teppichboden aus einer Zeit stammt, in der Kunststoff verpönt war und in der die Arten leider vom Aussterben bedroht sind.

Skulptur ebenfalls mit Stefan Rink, von dem bei der letzten Ausgabe der Art Week eine Installation im öffentlichen Raum zu sehen war. Für die Ausstellung hat er „Carnivoro“ eigens aus einem Block grünen Granits herausgearbeitet. In der Galerie wird es mit einer älteren Vorzeichnung, „Native Death“, in Tusche auf Papier (2018), kombiniert. Doch kehren wir zur fröhlichen Sprache der Blumen zurück. Von David Hanes sind zwei Werke zu sehen, die eine Hommage an Van Goghs Sonnenblumen darstellen, sowie ein weiteres von Jean-Marie Biwer (der Luxemburger hat kürzlich in der Galerie ausgestellt) und eine Rosenknospe.

Wenn man eine Einordnung vornehmen will, bewegen wir uns hier eher im klassischen Stil, während Monique Becker (Öl auf Leinwand) – sofern man in dem von ihr präsentierten großformatigen Gemälde eine Rose erkennen möchte – das genaue Gegenteil darstellt: abstrakt oder … kindlich. Die Rose. Delphine Denereaz, Gründerin des „Café Delphine“ auf der Art Week, präsentiert eine aus Lirette auf einem Kunststoffgitter gewebte Rose. Man denkt an die Webarbeiten, die man als Kind in der Schule gemacht hat, nur in einer raffinierteren Ausführung. Und man muss zugeben, dass man sich mit den Art von Votivbildern von Delphine Denereaz weniger wohlfühlt als mit denen von Jorge Galindo. Wir nennen diese Kategorie ganz einfach „kraftvoll“: Es knallt, es hinterlässt Spuren, es ist physische Malerei (Porto Drawings 72, 75, Öl auf Papier). Diese Kraft des Spaniers hat zweifellos nicht umsonst zu den Ausstellungen beigetragen, die er 2021 in New York gemeinsam mit Julian Schnabel und Pedro Almodóvar präsentiert hat. Wäre es kein Klischee, könnte man sagen, er habe etwas von einem Stierkämpfer, der in der Arena der Malerei kämpft.

Im Gegensatz dazu knüpft der äußerst klassische Stil von Siro Lugusi an die Tradition jahrhundertelanger italienischer Malerei an: die zentrale Position der Vase, das warme, blassrosa Licht des Südens, die Akribie der Pinselführung, die man sich fein vorstellt. Davon kann man sich bei der Einzelausstellung überzeugen, die die Galerie Valerius ihm in Kürze widmen wird.

Sind die „Vasenbilder“ ein eigenes Genre? Ein immer wiederkehrendes Motiv in der Malerei, ja. In Europa selten zu sehen: Hier ein „Flower Pot“ von Anastasia Bay (Acryl und Seide auf Leinwand). Die Vase nimmt die gesamte Leinwand ein, zusammen mit den Händen, die sie halten. Als würden beide miteinander verschmelzen. Ist es diese jahrtausendealte Kunst des Menschen, ein Gefäß zu formen, die zudem das Talent der Künstlerin fasziniert?

Graue Tage aufhellen : „Forest Man II“ von Cesc Abad versprüht mit seinem Tannenbaumhut, seinen Blütenaugen und seinen Ästen als Ohren jede Menge Humor. Warum stellen wir uns nicht einmal vor, dass diese glasierte Terrakotta-Vase einen Blumenstrauß im Stil der holländischen Tulpenvasen beherbergt? André Wend-land schenkt uns die romantische Szene des Blumenstraußes „Romantic Streak“ (Öl auf Leinwand), und Mike Okay bringt es auf den Punkt: „Never come home empty handed“ (Acryl und Buntstifte auf karierter Leinwand).

Die Gemeinschaftsausstellung