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Musik 4 Min. Lesezeit

Die Gitarre auf dem Gipfel

Klassische Musik

Erschienen in Ausgabe Oktober 2022
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Zum Abschluss des ersten Festivals für klassische Gitarre empfängt das Konservatorium der Stadt Luxemburg den großen Interpreten Zoran Dukić und die Finalisten des internationalen Gitarrenwettbewerbs auf der Bühne

Für die Gründer des Festivals für klassische Gitarre in Luxemburg hat sich das Wagnis gelohnt: Mit dem Ziel, das Gitarrenlernen aus der Trägheit des einsamen Übens zu befreien, in der es viel zu oft versinkt, war diese erste Ausgabe des Festivals ein voller Erfolg. Rund 500 Besucher waren im vergangenen Mai zum ersten Teil „Frühling“ des neuen Festivals gekommen. Nach Angaben der Organisatoren waren die Reaktionen sowohl seitens der Schüler als auch ihrer Eltern positiv. Und das aus gutem Grund: Luxemburg verfügt nun über eine Plattform für den Austausch rund um die klassische Gitarre sowie – für die Begabtesten – über ein potenzielles Sprungbrett zu den Bühnen der ganzen Welt.

Für seinen „Herbst“-Teil, der am 22. und 23. Oktober stattfindet, legt das Festival noch einmal nach – mit einem Solokonzert des großen kroatischen Gitarristen Zoran Dukić (geb. 1969). Er ist Preisträger einer beeindruckenden Anzahl internationaler Wettbewerbe, darunter die beiden „Andrés Segovia“-Wettbewerbe (in Granada und in Palma de Mallorca), die er als einziger Gitarrist beide gewonnen hat. Zoran Dukić unterrichtet seit 1997 Gitarre am Königlichen Konservatorium in Den Haag und hat für zahlreiche Labels in Europa, Brasilien und Kanada Aufnahmen eingespielt. Außerdem trat er im Duo mit dem italienischen Gitarristen Aniello Desiderio auf.

Die Veranstalter sprechen von „einem der renommiertesten Gitarristen unserer Zeit“, der über eine „beeindruckende Technik“ verfügt einem einzigartigen „Ausdruck“ und einer einzigartigen „Poetik“. Für sein Konzert in Luxemburg hat Zoran Dukić ein äußerst aktuelles Programm zusammengestellt, mit Stücken mit volkstümlichen Anklängen, die Hoffnung und Melancholie vereinen. Neben dem „Tombeau sur sa Mort de Mr Comte de Logy“ von Sylvius Leopold Weiss wird Zoran Dukić unter anderem Werke von Astor Piazzolla, einem Komponisten, den er besonders schätzt, die „Serenata española“ von Joaquin Malats (1872–1912) sowie die „Chansons populaires catalanes“ von Miguel Llobet (1978–1938) und die „Six Balkan Miniatures“ des serbischstämmigen amerikanischen Komponisten Dušan Bogdanović (geb. 1955).

Das Festival endet mit dem Konzert der Finalisten des internationalen Wettbewerbs für klassische Gitarre. Insgesamt gingen bei den Veranstaltern 38 Bewerbungen „aus aller Welt“ ein. Zu den Finalisten zählen junge Gitarristen, deren Karrieren bereits gut angelaufen sind, wie Luis Alejandro García Pérez (Spanien), Francisco Luis (Portugal), Nikica Polegubic (Kroatien/Österreich), Marko Topchii (Ukraine) und Io Yamada (Japan/Deutschland). Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Tansman, Castelnuovo-Tedesco, Brouwer, Sor, Martin, Ravel, Rodrigo, Dowland und Britten.

Wie bereits im Rahmen des Programms „Frühling“ bietet das Gitarrenfestival auch Meisterkurse für fortgeschrittene Studierende der Konservatorien und Musikschulen in Luxemburg an, die auch für Zuhörer offen sind. Eine erste Meisterklasse wird von Zoran Dukić geleitet, eine weitere von dem Mandolinen-Duo Caterina Lichtenberg und Mike Marshall.

Caterina Lichtenberg gilt als eine der bedeutendsten Mandolinistinnen unserer Zeit. Wie auf der Website des Festivals zu lesen ist, hat sie mehr als zehn Alben aufgenommen und war mit dem Gitarristen Mirko Schader, der Cembalistin Brigitte Engelhard, dem Quartetto MaGiCo, Le Son d’Argent, dem LA Guitar Quartet und Mike Marshall in den USA, Europa und Asien auf Tournee. Als Solistin trat sie mit zahlreichen Sinfonie-, Kammer- und Rundfunkorchestern auf. Als einzige festangestellte Dozentin für klassische Mandoline am Kölner Musikhochschule ist die Deutsche seit 2007 mit Mike Marshall liiert. „Seit über 35 Jahren an der Spitze der amerikanischen Saitenmusikszene“, hat der US-Amerikaner mehr als dreißig Alben veröffentlicht, „die ein breites musikalisches Spektrum abdecken, das von zeitgenössischem Bluegrass über Swing, klassische Musik und zeitgenössische Musik bis hin zum brasilianischen Choro reicht“. Er tourte und nahm unter anderem mit namhaften Musikern wie David Grisman, Stéphane Grappelli oder Joshua Bell auf. Er leitet das Mandolinen-Symposium an der University of California in Santa Cruz.