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Stil 4 Min. Lesezeit

Spaß ist im Gange

Wie weit entfernt scheinen doch die Erinnerungen an unsere Kindheit zu sein: ein Zahn, der an einem Hühnerkäfig abgebrochen ist, ein Sturz kopfüber aus zwei Metern Höhe, eine Rutschpartie direkt in eine Schlammpfütze……

Erschienen in Ausgabe April 2026
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Wie weit entfernt scheinen doch die Erinnerungen an unsere Kindheit zu sein: ein Zahn, der an einem Hühnerkäfig abgebrochen ist, ein Sturz kopfüber aus zwei Metern Höhe, eine Rutschpartie direkt in eine Schlammpfütze… Heutzutage sind Kinderspielplätze nicht mehr diese etwas unheimlichen Orte, die Eltern wenig Sicherheit bieten. Sie sind auch zu einer echten Quelle des Stolzes und der Attraktivität für die Gemeinden geworden, die die wichtigsten Kunden des Unternehmens LuxImaj mit Sitz in Habscht im Kanton Capellen sind. Benjamin Zehren, der das Unternehmen 2010 gegründet hat, lässt auf seinem Bildschirm die in den letzten Jahren realisierten Projekte vorbeiziehen. „In Luxemburg wie auch anderswo besteht der Wunsch nach Originalität, nach Projekten, die qualitativ hochwertiger, sicherer und spielerischer sind als in der Vergangenheit“, erklärt er.

LuxImaj fertigt die Elemente seiner Spielplätze nicht selbst, sondern bezieht sie von europäischen Herstellern; das Unternehmen übernimmt jedoch die Planung, die Installation und die Wartung. Stege in alle Richtungen, bis zu zehn Meter hohe Türme, Wasserspiele, mit bunten Motiven verzierte Plexiglaswürfel… die Auswahl in den Katalogen der Lieferanten ist riesig. Das luxemburgische Unternehmen kann auch maßgeschneiderte Konstruktionen entwerfen und diese dann speziell anfertigen lassen. Der Trend: die lokale Identität widerspiegeln. Auf dem Rastplatz von Burmerange findet man die berühmte „Maus Kätti“, die auf der Fabel des aus der Region stammenden Auguste Liesch basiert; in Beggen tauchen Zwerge aus dem Boden auf, inspiriert von der Legende vom „Wichtelcher“-Brot; Der Preis für die ausgefallenste Kreation geht zweifellos an die riesigen Weinfässer auf dem Rastplatz von Wormeldange… Sogar Unternehmen machen mit: Für den „Parc Merveilleux“ in Bettembourg hat LuxImaj ein Flugzeug mit dem Luxair-Logo entworfen, ein Krankenhaus und behindertengerechte Spielgeräte für die Caisse Médico-Complémentaire Mutualiste sowie ein landwirtschaftliches Labyrinth für die Raiffeisen-Genossenschaftsbank. „Der kreative Aspekt ist für uns sehr motivierend, es wird nie langweilig!“, sagt Benjamin Zehren. „Das ist der Spaßfaktor; dann gibt es noch die Baustellen, das ist eher technisch.“

Was die Sicherheit angeht, darf nichts dem Zufall überlassen werden: Weder die Kordel eines Anoraks noch der Kopf eines Kindes darf in die Zwischenräume dieser farbenfrohen Spielwelten rutschen können. Um Stürze abzufedern, kann man guten alten Sand oder Holzspäne verwenden, die sehr beliebt sind, da sie dem von vielen Gemeinden bevorzugten „Öko“-Anspruch entsprechen (Robinie und ihre skurrilen Formen prägen oft die heutigen Spielplätze). Im Lager von LuxImaj, wo Konstruktionen und Bausätze darauf warten, auf die Baustellen verschickt zu werden, findet man auch Säcke mit EPDM-Gummikugeln, die, mit einem Bindemittel vermischt, schöne Beläge ergeben, aus denen die Monteure handgefertigte Motive gestalten können. Eine ausreichend wasserdurchlässige Oberfläche, um die Bildung von Wasserpfützen zu vermeiden. „Wir versuchen, Risiken so weit wie möglich vorzubeugen, sind uns aber bewusst, dass es sich um öffentliche Bereiche handelt, die unter der Aufsicht von Erwachsenen stehen“, erklärt Benjamin Zehren. „Wir achten auch auf die Ausrichtung der Bänke, damit die Eltern ihre Kinder immer im Blick behalten können.“

Die Geschäftstätigkeit von LuxImaj richtet sich nach den Jahreszeiten und den Marktentwicklungen: Im Herbst und Winter wird daran gearbeitet, dass die Spielplätze in der Stadt im Frühjahr fertig sind; im Sommer sind die Monteure auf den Schulhöfen emsig damit beschäftigt, alles für den Schulanfang vorzubereiten. Die Zeit nach Covid und das damit verbundene Verlangen nach frischer Luft haben den Aufträgen einen Schub verliehen, ebenso wie die Zunahme von Immobilienprojekten, die derzeit jedoch ins Stocken geraten ist. „Das Gesetz, das private Kindertagesstätten dazu verpflichtet, Einrichtungen zu haben, die denselben Standards entsprechen wie im öffentlichen Raum, hat uns seinerzeit ebenfalls einen neuen Markt erschlossen“, erklärt der Unternehmensleiter. Das durchschnittliche Budget der vom Unternehmen durchgeführten Projekte liegt zwischen 30 und 50.000 Euro, doch die Kosten können bis zu 700.000 Euro betragen, wie es bei dem riesigen Spielplatz im Ban de Gasperich der Fall war. Insgesamt realisiert LuxImaj zwischen dreißig und fünfzig Spielplätze pro Jahr und ist stets auf der Suche nach neuen Trends. „Seit einigen Jahren bieten wir Street-Workout-Anlagen an: Sport im Freien kommt sehr gut an“, erklärt man uns. Jedem das Seine: Während sich die Kinder als Herren ihrer Burg vorstellen, spielen die Erwachsenen die Könige des Krafttrainings.