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Das Festival A CAPE’lla hält, wie bei jeder Ausgabe, jede Menge schöne Überraschungen mit einem sehr abwechslungsreichen internationalen Programm bereit

Erschienen in Ausgabe 4 Februar 2022
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In der letzten Januarwoche findet wieder das Festival „A CAPE’lla“ statt, eine im Großherzogtum einzigartige Veranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet. Das vom Cape (Centre des arts pluriels d’Ettelbruck) in Zusammenarbeit mit der Stadt Diekirch und dem Inecc (Institut européen de chant choral) organisierte A-cappella-Festival hält in der Regel jede Menge schöne Überraschungen bereit. Für die vierte Ausgabe stehen sieben Konzerte an vier Abenden auf dem Programm. Die Organisatoren haben auf Nummer sicher gegangen, und glücklicherweise ist keine Absage in letzter Minute zu beklagen. Am Donnerstagabend, dem 27., empfängt das Cape Rajaton, ein finnisches Ensemble, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Der Leiter des Veranstaltungsortes, Carl Adalsteinsson, kümmert sich persönlich um die Kontrolle der Eintrittskarten der zahlreich erschienenen Zuschauer. Er schenkt jedem einen kleinen persönlichen Gruß, um für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen. Auch die Fernsehkameras sind zu diesem Anlass vor Ort.

Es wird keine Eröffnungsrede gehalten. Die Lichter im Saal gehen aus, und die sechs Mitglieder von Rajaton betreten die Bühne. Dazu gehören die Sopranistin Essi Wuorela, die Mezzosopranistin Aili Ikonen, die Altistin Soila Sariola, der Tenor Hannu Lepola, der Bariton Ahti Paunu und der Bass Jussi Chydenius. Ein Lied über die Sommer in Lappland leitet die Show ein. Auch wenn keine einzelne Stimme besonders hervorsticht, überzeugt die Harmonie des Ensembles. Ganz ohne Bühnenbild reihen die sechs Künstler ganz natürlich ein Dutzend Stücke aneinander, darunter einige ihrer Hits wie „Butterfly“ von Mia Makaroff. Uns bleiben vor allem die überzeugenden Interpretationen schön vertonter skandinavischer Gedichte in Erinnerung, mehr noch als die publikumswirksamen Coverversionen von Queen, die künstlich fröhlich wirken.

Die Show wird durch ein blitzschnelles Zwischenspiel unterbrochen, in dem die finnischen Musiker ihre weißen Kostüme gegen dunkle Kleidung tauschen. Ihre Darbietungen sind zwar nicht besonders beeindruckend, aber dafür besonders gut eingespielt. Schließlich tourt diese Formation seit fünfundzwanzig Jahren mit großem Erfolg durch die europäischen Säle. Jussi Chydenius, der unbestrittene Publikumsliebling, imitiert die Percussion-Klänge meisterhaft und ahmt dabei regelmäßig die Bewegungen eines Schlagzeugers nach. Die Gruppe beendet ihre Show mit einer kindlichen, cartoonartigen Ballade, die ein wenig schwerfällig wirkt und einen Hauch von Jahrmarkt hinterlässt. Es folgen jedoch zwei Zugaben, die das Niveau wieder anheben.

Am Samstagnachmittag tritt das Ensemble 85, ein zwanzigköpfiger deutscher Männerchor, in der alten Saint-Laurent-Kirche im Herzen von Dierkirch auf. Eine Stunde lang präsentiert das von Matthias Rajczyk geleitete Ensemble ein gut zusammengestelltes Repertoire, das weltliche und geistliche Werke abwechselt. Das Ensemble zeigt sich im Kanon von seiner besten Seite. Die Geräusche eines Fotografen, der unaufhörlich das Gebäude von einem Ende zum anderen durchquert, nerven eine Zuschauerin, die ihren Unmut nicht verhehlt. Glücklicherweise scheint die Interpretation von „Cantate Domino“ von Vytautas Miskinis die Gemüter zu beruhigen. Für die Zugabe gesellt sich der Chorleiter zu seinen Musikern.

Noch am selben Abend bildet sich am Eingang der Dekanatskirche eine lange Schlange. Die britische Gesangsgruppe „The King’s Singers“, Headliner des Festivals, sorgt für ein volles Haus. Das Vokalensemble hat nur einen Schwerpunkt, und das wird schon zu Beginn ihrer Darbietung deutlich: den der Exzellenz. Die Countertenöre Patrick Dunachie und Edward Button, der Tenor Julian Gregory, die Baritone Christopher Bruerton und Nick Ashby sowie der Bass Jonathan Howard präsentieren „Songbirds“, ein Programm mit Werken, die von Vögeln inspiriert sind. Mit einer Mischung aus ikonischen Melodien der Beatles und von Fleetwood Mac sowie Kompositionen von Ligeti, Schubert und Ravel bieten die sechs Freunde, die wie ideale Schwiegersöhne wirken, ein äußerst mitreißendes Konzert. Sechs Stimmlagen für eine scheinbar unendliche Palette musikalischer Farben. Nacheinander stellen sie die gespielten Stücke vor, stets mit einem Hauch von passendem britischem Humor. Mit „The Musicians of Bremen“ von Malcolm Williamson greifen die King’s Singers das Märchen der Brüder Grimm auf und rechtfertigen die Begeisterung, die ihre Anwesenheit auslöst. Genau wie der Esel, der Hund, die Katze und der Hahn, die sich übereinander stapeln und ihre Kräfte bündeln, bildet die Truppe ein unwiderstehliches Ensemble. Ihr Gesang in diesem Ort mit seiner so besonderen Akustik vermittelt den Eindruck, als hörte man eine göttliche Tierwelt. Diese Passage wird als der Höhepunkt dieser Ausgabe in Erinnerung bleiben. Eine weitere Coverversion der Beatles überzeugt schließlich auch die wenigen Unentschlossenen.