Ein Gesicht kann im Kino eine ganze Welt enthalten. Carl Theodor Dreyer hat diese Erkenntnis 1928 in La Passion de Jeanne d’Arc derart radikal formuliert, dass Maria Falconettis Gesicht zu einem der emblematischen Bilder der Filmgeschichte wurde: Von den Blicken ihrer Richter umstellt, in Großaufnahmen förmlich eingeschlossen, wird Jeanne zum Körper, über den eine männliche Ordnung verfügen will. Fast ein Jahrhundert später kehrt dieses Gesicht in Markus Schleinzers Rose wieder. Sandra Hüllers vom Krieg gezeichnetes Antlitz wird immer stärker jenem Falconettis angenähert, bis Schleinzer im letzten Drittel seines Films die Bezugnahme auf Dreyer kaum noch verbirgt. Wieder steht ein Mensch …
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