Dynamische Nachwuchskräfte
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Das Wort schrieb am Dienstag, die Bürgermeister mehrerer Ostgemeinden wünschten sich Tram-Anbindungen. Allen voran der Remicher DP-Bürgermeister Jacques Sitz, aber auch Steve Reckel (DP) aus Mondorf. Diese Wünsche sind nur die letzten in einer Serie. Sie begann vor 20 Jahren. Die damalige Regierung…
Das Wort schrieb am Dienstag, die Bürgermeister mehrerer Ostgemeinden wünschten sich Tram-Anbindungen. Allen voran der Remicher DP-Bürgermeister Jacques Sitz, aber auch Steve Reckel (DP) aus Mondorf. Diese Wünsche sind nur die letzten in einer Serie. Sie begann vor 20 Jahren. Die damalige Regierung ließ für die „Zentrale Achse Nordstad“ prüfen, ob statt der Zugverbindung Ettelbrück-Diekirch ein anderes Verkehrsmittel sinnvoll wäre. Eine Tram vielleicht oder ein Bus? Fürsprecher der Tram fanden, sie könne weitere Anbindungen erlauben, nach Bissen zum Beispiel. So ähnlich konnte man auch den DP-Abgeordneten und Ex-Minister Marc Hansen verstehen, der Anfang Juni im parlamentarischen Mobilitätsausschuss meinte, eine Tram könne vielleicht „gut in die Ecke zwischen dem Kanton Redingen und Mersch passen“. Man erinnert sich, dass in den Amtsjahren des grünen Mobilitätsministers François Bausch eine Zeitlang diskutiert wurde, eine Tram-Verbindung im Süden vom Korntal nach Düdelingen anzulegen. Sehr gegenwärtig sind die Begehrlichkeiten von Gemeinden, eine Haltestelle der séieren Tram in den Süden abzubekommen. Der Strassener CSV-Bürgermeister Nico Pundel wiederum erneuerte im August seine Idee von 2022, die Tram vom CHL, wohin sie ab 2033 verkehren soll, zur Belle Étoile zu verlängern. Mamer war auch mal im Gespräch.
Wer in die Verkehrsgeschichte blickt, kann finden, dass die Schmalspurzüge Charly nach Echternach und Jhangeli nach Remich ihren Sinn hatten. Die Süd-Straßenbahnen, die bis 1956 von Düdelingen über Esch nach Rodange fuhren und von Esch über Kayl nach Rümelingen ebenso. Verkehrsplaner wissen, dass schienengebundene Verkehrsmittel um 30 bis 40 Prozent attraktiver wahrgenommen werden als Busse. Dass die Stater Tram ein Erfolg ist, weckt Wünsche. Mit den Plänen nach Belval wurde dafür eine Tür geöffnet.
Man kann darüber schmunzeln. Sich erheben über Ideen, per Tram Kundschaft zu Einkaufszentren wie Belle Étoile und GridX zu befördern. Doch nach wie vor hat Luxemburg ein Mobilitätsproblem im Berufsverkehr. Remichs Bürgermeister motiviert seinen Tram-Wunsch damit, Pendler/innen aus Deutschland eine Alternative zum Auto anzubieten, auf diese Weise den Durchgangsverkehr zu reduzieren. So werden Tram-Wünsche sogar grenzüberschreitend.
Ein Konzept für so etwas hatte Luxemburg in Ansätzen in den Neunzigerjahren mit dem von der LSAP verteidigten BTB (Bus-Tram-Bunn). „Train-Tram“-Züge, von Karlsruhe abgeschaut, sollten vom Netz der CFL abzweigen. Die Infrastruktur wäre, so die Idee, leichter und preiswerter zu errichten als die für große Züge. Selbst die CSV-DP-Regierung mit Lydie Polfer als Vizepremier gab Train-Trams nicht auf, nur den „Zuch duerch d’Nei Avenue“ in der Hauptstadt. Über Verbindungen aus den Regionen auf den Kirchberg und nach Cessingen ließ sie weiter nachdenken. Am Ende scheiterten Train-Trams technisch an der damals unzureichenden CFL-Infrastruktur. Und politisch bot sich die Chance, für einen „ganz liichten Tram“, der kein „Zuch“ wäre und das Zentrum der Stadt erschlösse, auch die DP zu gewinnen.
Heute gibt es noch BTB-Nostalgiker. Die darauf verweisen, dass die Luxtram-Gleise dieselbe Spurweite haben wie die Eisenbahn. Dass die CFL vor 20 Jahren einräumten, sei die neue Bettemburger Strecke fertig, könne man über Train-Tram-Züge nachdenken. Womöglich sollte man das, wegen des Berufsverkehrs am besten überregional. Wie wäre es zum Beispiel, ein französisch-luxemburgisches Projekt zu entwerfen, das von den klassischen Gleisen von CFL und SNCF her Gemeinden beiderseits der Grenze über eine leichtere Infrastruktur erschließt? So hatte 2007 das deutsch-französische Planungsbüro PTV argumentiert: Für den Berufsverkehr benötige Luxemburg neben der Tram auch eine grenzüberschreitende „S-Bahn“ aus Train-Tram-Zügen.
Wäre so etwas heute sinnvoll, weil die Tram beweist, wie attraktiv der Verkehr per Schiene generell ist? Klarer wird das werden, wenn die neue Strecke nach Bettemburg in Betrieb geht. Die alles entscheidende Frage ist letztlich die nach der Rentabilität zusätzlicher Angebote auf zusätzlichen Schienen. Die jüngste Luxmobil-Erhebung ergab jedenfalls, dass die in Luxemburg Ansässigen mit ihrer Mobilität ziemlich zufrieden sind, die frontaliers dagegen gar nicht.
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